Suche:

MEGAHERZ, Hämatom - Nürnberg, Hirsch (02.02.2012)

Am 20. Januar erschien mit „Götterdämmerung“ die neue Scheibe von MEGAHERZ und was liegt da näher, als das neue Album mit einer ausgiebigen Clubtour zu promoten. Eine der dreizehn Stationen war dabei auch der Nürnberger Hirsch.

HämatomDer in der Region heimische Support HÄMATOM bereite dem Hirsch einen unglaublich rockenden Start in den Abend. Mit Masken oder dicker Schminke standen die vier Musiker, die auf die klangvollen Namen Nord, Süd, West und Ost hören, auf der Bühne und gaben sich ganz der Musik und dem Publikum hin. Nach einem Anfang mit Kinderlied- und Märchen bezogene Songs stand später beim „Neandertal“ ein Gorilla mit auf der Bühne. Bei „Schau sie spielen Krieg“ wurden hübsch bunte Plakate mit Zeilen aus dem Song und bei „Leck mich“ der Mittelfinger statt die übliche Pommesgabel gen Himmel gereckt. Das Quartett bereitete mit enorm viel Ausstrahlung, Bühnenpräsenz und kurzweiligen, abwechslungsreichen Show eine Menge Spaß und so schreit der Beginn des Konzertabends ganz klar nach einer Wiederholung. Lediglich Leuten mit Herzschrittmacher wäre von einem Konzertbesuch abzuraten, da der wummernde Bass die Geräte wohl recht schnell außer Gefecht setzen würde. Allen anderen sei das 200ste Konzert der Band ans Herz gelegt, das am 02.03.2012 in Trockau stattfinden wird, Support ist dabei STAHLMANN.

MegaherzSchließlich betraten MEGAHERZ die fahlblau beleuchtete Bühne. Den Beginn machte Schlagzeuger Jürgen Wiehler, der sich mit Neon-Drumsticks bewaffnet über sein Set hermachte bevor auch die anderen Musiker ins Licht traten. An diesem Abend spielten sie ihr neustes Werk beinahe komplett durch, lediglich zwei der Tracks fehlten. Doch zuerst kündigten sie an, Fans mit alten Songs warmspielen zu wollen und eröffneten das Programm mit „Glas und Tränen“ vom 2002 erschienenen Album „Herzwerk II“. Auch die nächsten Songs sorgten insbesondere bei den langjährigen Fans für Freude und wurden dementsprechend begeistert abgefeiert, dann verschob sich der Fokus und mit „Jagdzeit“ wurde die erste Single des neuen Albums zum Besten gegeben. Während das Video zum Song nicht zwangsweise zu den Besten gehört offenbarte der Song doch einiges an Livepotential.

Die Band zeigte sich den größten Teil des Abends über recht wortkarg, viel mehr als eine Aufforderung zum Mitklatschen oder den Namen der Songs bekam man zuerst nicht zu hören – das Quintett ließ lieber seine Musik sprechen. Im Laufe des Sets spielten sie sich eindeutig warm und waren am Ende deutlich besser drauf und lockerer als zu Beginn. Für den „Mann im Mond“ streifte Sänger Lex einen weißen Mantel über das ansonsten schwarze Outfit und bei „Rabenvater“ wagte er einen Stagedive – Gemessen daran, dass das Publikum zwar durchaus vorhanden, aber nicht allzu dicht stehend war ein durchaus riskantes Unterfangen. Bevor er allerdings hinten runterfallen konnte erbarmten sich einige Leute, rannten in die relativ große Lücke und schickten den Musiker wieder in Richtung Bühne zurück, wo er auch „halb ausgezogen aber glücklich“ wieder wohlbehalten ankam. Danach wurde der Saal noch einmal mit „Feindbild“ und „Gott sein“ gerockt. „Na, Freunde, habt ihr etwas zu beichten?“, erkundigte sich der Sänger mittendrin und sang dann mit voller Energie weiter. Deutlich weniger Energie steckte das Publikum anschließend in die Zugaberufe – mehr gab trotzdem. In der ersten Reihe wurden Wunderkerzen verteilt und teils nach hinten weitergegeben, einige andere Zuschauer zückten stattdessen ihre Feuerzeuge. „Kommt auch so selten vor!“, kommentierte Lex und meinte, dass man „so ein bisschen Feeling“ für das „Licht am Ende der Welt“ schaffen wolle. Ein Plan, der gelang: Es sah wirklich stark aus! Auch Sänger Lex zeigte sich von der Stimmung begeistert „Alter, Wahnsinn!“

Megaherz„Das ist das erste Mal bei MEGAHERZ, dass ihr tanzen dürft! Keine Angst, das ist nicht schwer“, kündigte die Band den „Abendstern“ an. Der Aufforderung leisteten zwar längst nicht alle Zuschauer folge, doch ein wenig Bewegung kam durchaus in die Menge. „Na, hat doch gar nicht weh getan, oder? Jetzt geben wir zum Schluss nochmal Gas!“, kündigte Lex an woraufhin das Quartett den „Heuchler“ anstimmte und anschließend die Bühne verließ. Einige Schreie nach mehr später trat immerhin der Sänger wieder vors Publikum. „Das sind alte Herren, die brauchen noch eine Zigarette“, erklärte er und fuhr fort, das Publikum zu unterhalten, während die Bandkollegen einen Moment länger brauchten, bevor sie auf die Bühne zurückzukehrten. „So, jetzt hab ich lange genug den Pausenclown gemacht!“, meinte Lex, als alle wieder ihre Plätze eingenommen hatten. Es folgte mit „Heute Nacht“ das laut Bandmeinung beste Stück der neuen Platte, bevor die Zuschauer mit dem von den Anwesenden lautstark mitgesungenen Klassiker „Miststück“ nach einem absolut rockigen Abend nach Hause geschickt wurden.

 

Tracklist:

  1. Intro
  2. Glas und Tränen
  3. Beiss mich
  4. 5. März
  5. Kopfschuss
  6. Jagdzeit
  7. Prellbock
  8. Mann im Mond
  9. Herz aus Gold
  10. Dein Herz schlägt
  11. Rabenvater
  12. Feindbild
  13. Gott sein
  14. Licht am Ende der Welt
  15. Abendstern
  16. Heuchler
  17. Heute Nacht
  18. Miststück

 

Zu diesem Livebericht:

Autor:
Kolyma

Weiteres:

Gelesen:
564 x

Artikel eingestellt:
03.02.2012