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THE FLYING EYES

Interview

 

Die amerikanische Stoner Rock Band THE FLYING EYES gilt in Deutschland nach wie vor als Geheimtipp, obwohl sie in den letzten Jahren bereits viel beachtete Auftritte beim WDR Rockpalast oder dem Orange Blossom Festival abgeliefert hat. Nun ist das Quartett aus Baltimore mit dem neuen Album „Lowlands“ wieder in Europa unterwegs und spielt dabei unglaubliche 50 Shows in 60 Tagen. Metal-District präsentiert Euch das Konzert in Berlin am 07. August. Im Vorfeld der Tour nahm sich Gitarrist Adam Bufano kurz Zeit, um uns einige Fragen zu beantworten.

THE FLYING EYES

 

Könnt Ihr die wichtigen Stationen eure bisherige Bandgeschichte kurz für uns zusammenfassen?

Adam: Bevor wir die FLYING EYES gründeten, haben Mac, Elias und ich schon zusammen in einer High School Band zusammengespielt. Kurz nachdem sich die Band aufgelöst hat, fanden wir unseren jetzigen Sänger, Will Kelly. Wir haben uns zusammen eine Band namens THE LONELY BIRDS angesehen, und Will, den wir zu der Zeit noch nicht kannten, war der Leadgitarrist der Band. Er hat zwar nur Background gesungen, aber selbst nachdem wir ihn nur einen Teil eines Songs singen hörten, war uns sofort klar, dass er perfekt wäre, um unser Lineup zu komplettieren.

 

Warum habt Ihr die Band nach einer alten Sci-Fi-Geschichte aus den 60er Jahren benannt?

A: In dem Buch geht es um riesige Augen aus dem Weltall, die auf der Erde einfallen um die Menschheit zu hypnotisieren. Besser konnten wir unsere Mission als Band nicht beschreiben.

 

Wie siehst Du die Anfänge aus heutiger Perspektive? Was hat sich verändert, abgesehen vom wachsenden Erfolg?

A: Am Anfang ging es nur darum, eine gute Zeit zu haben und Party zu machen. Als wir dann erfolgreicher wurden, haben wir aber definitiv angefangen, das was wir tun ernster zu nehmen. Wenn ich zurückschaue hat aber wohl keiner von uns daran geglaubt, dass wir mal internationale Aufmerksamkeit erregen oder gar eine Welttournee zu machen. Wir sind sehr dankbar!

 

Würdet Ihr sagen, dass Ihr in Europa mehr Erfolg habt als zuhause? Und wenn ja, woran liegt das?

A: Wir sind uns wohl alle einig, dass wir in Europa viel erfolgreicher sind. Ich denke die europäischen Fans stehen Psych Rock offener und aufmerksamer gegenüber. Europäische Fans sind so leidenschaftlich! Sie konzentrieren sich mehr auf die Musik und kommen nicht nur zu den Shows um Party zu machen.

 

Gibt es bei Euch einen Haupt-Songschreiber? Oder setzt Ihr Euch einfach hin und jammt?

A: Wir arbeiten eng zusammen, wenn wir die Songs schreiben.

 

Schafft es jeder Song, den Ihr schreibt, auch aufs Album? Wie hoch ist der Ausschuss?

A: Bei den ersten beiden Alben haben wir eigentlich jeden Song, den wir aufgenommen haben, auch verwendet. Für „Lowlands“ haben wir aber drei klassische B-Sides aufgenommen, „Raise Hell’’ ,„Break You Down’’ und „Untitled“. Zwei davon kann man sich bei Soundcloud anhören.

 

Wenn Ihr ein Album fertig habt, setzt Ihr Euch dann sofort hin und fangt mit der Arbeit am nächsten an, oder gönnt Ihr Euch da eher eine Pause?

A: Wir sind eigentlich immer am Songs schreiben, deswegen haben wir in dem Moment, wo ein Album veröffentlicht wird, meist schon genug Material für ein neues. Auf der Tour werden wir einige brandneue, noch nicht aufgenommene Stücke spielen.

 

Inwieweit entwickeln sich die Songs nochmal, wenn Ihr im Studio seid? Oder stehen sie bis dahin völlig fest?

A: Wenn wir mit einem Song ins Studio gehen ist das Songwriting gewöhnlich schon komplett. Aber manche Songs, wie „Eye Of The Storm“ zum Beispiel, sind noch so neu, dass wir den Text und das Arrangement erst fertigstellen, während wir schon aufnehmen. Und bei den Overdubs schmücken wir die Songs eigentlich fast immer noch aus, auch wenn sie vorher schon fertig sind.

 

Mit wem würdet Ihr gern mal zusammenarbeiten ?

A: Wir würden gerne Phil Spector aus dem Gefängnis befreien und mit ihm eine „Wall of Sound“ - Scheibe aufnehmen.

 

Welche Künstler haben Euch inspiriert oder inspirieren Euch nach wie vor?

A: Aus der Vergangenheit CREAM, BLUE CHEER und die 13TH FLOOR ELEVATORS. Aus der Gegenwart RADIOHEAD, SPRITUALIZED und DEAD MEADOW, unter vielen anderen.

 

Was ist Euch wichtiger? Das Schreiben neuer Songs und die Studioarbeit, oder die Songs live zu spielen?

A: Um unsere Band voranzubringen ist beides wichtig. Aber wir blühen definitiv mehr auf, wenn wir live spielen und uns sozusagen von den Energien der Zuschauer ernähren können.

 

Kleiner Club oder großes Festival?

A: Beides hat Vor- und Nachteile. In einem kleinen Club ist die Energie kompakter und wir fühlen uns alle mehr miteinander und mit der Musik verbunden. Aber der Adrenalinkick, wenn man auf einer großen Festivalbühne spielt, ist eines der aufregendsten Gefühle, das man haben kann. Wir versuchen immer unser bestes zu geben, egal wo wir spielen.

 

Inwieweit seht Ihr das Internet als Chance oder Möglichkeit schneller bekannt zu werden und den Kontakt zu den Fans zu suchen? Nutzt Ihr Social Media Platformen?

A: Das Internet ist ein unerlässliches Werkzeug für Bands um ihre Musik nach draußen zu transportieren. Wir wären in Europa niemals entdeckt worden ohne die Verbindungen, die wir mit Hilfe des Internet geknüpft haben. Den Kontakt mit unseren Fans pflegen wir vor allem über unsere Facebookseite. Allein mit Facebook haben wir es geschafft auf unserer Kickstarter Seite [Crowdfunding-Seite, Anm. d. Red.] über 10000$ zusammen zu bekommen.

 

Wie seht Ihr die Veränderungen, die das Internet hervorgebracht hat, speziell beim verkaufen und konsumieren von Musik? Wie steht Ihr zu illegalen Downloads?

A: Illegale Downloads haben vor allem den großen Plattenfirmen geschadet, für Independent Künstler tragen sie eher dazu bei, bekannter zu werden. Die Verkaufszahlen einer Platte sind heutzutage beinahe hinfällig und die Bands können nur durch die Stärke ihrer Liveshow überleben. Wir wollen, dass so viele Leute wie möglich unsere Musik entdecken, egal, ob sie dafür zahlen oder nicht. Wenn es ihnen gut genug gefällt, um ein Fan zu werden, zahlt sich ihre Unterstützung aus, wenn sie ein Ticket für unsere Show kaufen und unseren Merchandise-Stand besuchen. Probiert also gratis und zahlt dann für die vollständige Mahlzeit!

 

Danke für das Gespräch, wir sehen uns auf Tour!

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Autor:
redbeard

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Artikel eingestellt:
29.07.2013