Suche:

MALICE

Interview mit Jay Reynolds

Malice

MALICE sind zurück! Mit den stark an Judas Priest angelegten Alben „... In The Beginning“ und dem Nachfolger „License To Kill“ löste das Quintett Mitte der 80er einige Begeisterungsstürme aus. Leider löste sich die Band nach der Mini-LP „Crazy In The Night“ relativ sang- und klanglos auf. Doch auch MALICE ließen sich den Spaß nicht nehmen und blasen aktuell mit „New Breed Of Godz“, welches jeweils vier Neueinspielungen der ersten zwei Alben plus vier neue Songs enthält, zum erneuten Angriff. Wie kam's? Was liegt aktuell an? Und was wird die Zukunft bringen? Gitarrist Jay Reynolds legt die Fakten auf den Tisch ...

„In 2006 waren Metal Church zur selben Zeit wie die Michael Schenker Band auf Tour in Europa. Wir spielten quasi um 2 oder 3 Tage versetzt in den gleichen Clubs und letztendlich in Hamburg sogar zusammen. Deren Drummer, mein alter Freund (und Ex- und jetzt wieder MALICE-Drummer) Pete Holmes, bemerkte, wieviel Spaß wir hatten. In diesem Moment kam uns die Idee unsere alten Kumpels Mick (Zane/Gitarre) und Mark (Behn/Bass) zu MALICE zurück zu holen. Nach unserer Rückkehr in die Staaten wurden Telefonate geführt und die ersten Proben, zunächst mit Brian Allen an den Vocals, wurden abgehalten. In 2007 spielten wir dann die ersten Shows bevor ich 2010 James (Rivera/Vocals) durch die Tribute-Band Denim & Leather traf. Kurz darauf konnte ich ihn davon überzeugen, bei MALICE einzusteigen und so stand unser aktuelles Line Up.“

Aber nicht nur James ist ja immer noch in andere Bands verstrickt ...

„James ist natürlich immer noch bei Helstar. Aber bei denen geht im Moment nicht so viel, so dass er genügend Zeit für MALICE aufbringen kann. Pete spielt immer noch für Michael Schenker und ich bin auch wieder bei Metal Church. Unser Basser Bobby (Cardenas, der sich auf „New Breed of Godz“ den Viersaiter mit Mark Behn teilt) ist bei Possessed und Agent Steel im Rennen. Somit hast du ein echtes Allstar-Line-Up bei MALICE am Start. Heutzutage musst du zwei Bands haben, um Vollzeit in der Musik überleben zu können – es sei denn du spielst bei Metallica.“

Wie hälst du dich neben der Musik über Wasser? „Ich arbeite im Vertrieb einer Firma für Satellitenfernseher.“

Bei MALICE kommt ja noch erschwerend hinzu, dass ihr rein geographisch nicht gerade Nachbarn seid …

„Das ist aber keine große Sache. Ich lebe in Portland/Oregon und James in Houston/Texas, während der Rest in Los Angeles/Kalifornien angesiedelt ist. Wir schnappen uns einen Billigflieger und jetten rüber nach Kalifornien. Mit Hilfe von Skype und digitalen Aufnahmetechniken können wir die Grundsteine der neuen Songs über das Internet legen. Somit sind nicht so viele Proben nötig. Das klappt ganz gut und außerdem kommen wir so zu ein paar sonnigen Tagen in Kalifornien, was ja auch keine schlechte Sache ist.“

Neben den vier neuen Tracks habt ihr für „New Breed Of Godz“ auch acht Klassiker neu eingespielt. Wie kam diese Idee zustande auch vor dem Hintergrund, dass die alten Alben durchaus noch erhältlich sind?

„Wir sprachen mit unserem Label (SPV) und endeten mit der Idee jeweils vier Songs von unserem Debüt und von „License To Kill“ mit vier neuen Songs zu kombinieren. Bei der Auswahl der alten Stücke ging es uns darum, die jeweils härtesten auszuwählen, um die neue, ebenfalls härtere Ausrichtung zu unterstreichen. Wir wollten eine Art Neuvorstellung von MALICE gegenüber unseren Fans.“

Einige reformierte Bands (zum Beispiel Van Halen) haben ihre alten Demos durchforstet, um zu sehen, was man für ein neues Album noch verwenden könnte. Seid ihr ähnlich vorgegangen oder haben wir es hier tatsächlich mit brandaktuellem Material zu tun?

„Die neuen Songs wurden unmittelbar vor den Aufnahmen geschrieben und gingen uns schnell und einfach von der Hand. Wir hatten jede Menge neuen Stoff zur Hand und mussten uns letztendlich auf vier Tracks einigen. Bei zwei meiner drei beigesteuerten Songs (dem Titeltrack und „Branded“) arbeitete ich mit Kurdt Vanderhoof (Metal Church) zusammen, was eine Menge Spaß gemacht hat.“

Wo siehst du MALICE heutzutage und was steht bei euch für den Rest des Jahres auf dem Programm?

„Leider war es nicht möglich, uns auf die großen Festivals zu buchen, aber wir werden im Herbst mit einer anderen Band durch Europa touren. Vorher und nachher werden wir in den USA unterwegs sein. Ein paar Shows in Südamerika sind ebenfalls denkbar. Wir möchten natürlich soviel wie möglich mitnehmen.“

Was glaubst du, war im Nachhinein betrachtet der größte Fehler, den MALICE während ihrer ersten Phase in den Achtzigern begangen haben?

„Wir hätten die mit Michael Wagener produzierten Demos 1983 als Album veröffentlichen sollen. Wir haben einfach zu lange mit dem Release des Erstlings (erschien 1985) gewartet. Ein besseres Management hätte uns natürlich auch weiter geholfen. Später hatte James Neal (Vocals) ein massives Alkoholproblem, was wohl letztendlich auch zum Split der Band führte. Wir hätten ihn besser in eine Reha-Maßnahme stecken sollen.“

Das gute alte Vinyl feiert ein kleines Comeback, während die CD wohl in absehbarer Zeit Geschichte sein wird …

„Ich sammle Alben und würde mich freuen, wenn „New Breed Of Godz“ auf hoch qualitativem Vinyl erscheinen würde. Zumindest ist es uns gelungen eine Special Edition der CD inklusive Bonus-DVD (unter anderem mit einer kultigen Show aus den 80ern und dem Keep It True-Auftritt, der übrigens der erste mit James Rivera am Mikro war) auf den Markt zu bringen. Ich denke, es ist wichtig, den Fans etwas Besonderes zu bieten.“

Hansy

Zu diesem Interview:

Autor:
Hansy

Weiteres:

Gelesen:
2567 x

Artikel eingestellt:
12.07.2012