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AYSCOBE

Vollblutmusiker und Metalheads

Mir liegt hier ein 4 Track Demo vor von einer Baden-Württembergischen Prog Band mit der freundlichen Bitte einer alten Bekannten ihren „Schützlingen“ doch bitte ein Interview zu gewähren. Erst mal unser Archiv durchforstet: Nix.

Okay, Google ist immer wieder ein geliebter Freund und… Da findet man etwas. Da sind die Tracks wohl von der ersten Scheibe genommen und es handelt sich wohl um ein Konzeptalbum. Das zu beurteilen müsste man es wohl mal vorliegen haben… Nichts desto trotz hat mich das Material gereizt mich doch etwas mit der Band näher zu befassen. Ich bin zwar nicht so der Progger (da lasse ich Anderen gern den Vortritt) aber die Melodien haben was griffiges. Das ist doch eine feine Gelegenheit ein paar Fragen ins Ländle zu schicken.

 

Metal District:

Hallo Ayscobe, willkommen bei einem etwas holprigen Start beim Metal District. Stellt Euch doch mal selbst vor:

 

Ayscobe:

Wir sind die Band Ayscobe ein „prog-rock-metal“ Projekt und kommen aus der Stuttgarter Gegend.

Im jetzigen Line up sind vertreten: 

Sven Hermand 2.Gitarre

Lothar Hermand Bass

Veronika Rüdenauer Gesang

Sver Jüttner Gesang

Andre Frey Schlagzeug

Michael Tenten 1. Gitarre.

 

Metal District:

Ihr macht Prog Rock. Was ich auf der Scheibe hören konnte ist allerdings von Sound her zwar transparent aber mir zu differenziert, manchmal etwas schwammig. Es klingt nicht nach einer Einheit, nicht aus einem Guss. Ist das ein Zugeständnis an die vielen verwendeten Instrumente, die die Klangwelt so notwendig machen oder eher ein Zugeständnis an den Geldbeutel?

 

Ayscobe:

Gründe für so einen Eindruck gibt es bestimmt viele, kann auch das persönliche Empfinden sein.

Aber ich gebe zu, dass wir tatsächlich wenig finanzielle Mittel zur Verfügung hatten um ein 100 Prozentiges Album auf den Markt zu bringen, zum Teil ist es aber auch durchaus gewollt, dass eine gewisse Undurchsichtigkeit entsteht,ich arbeite doch mit sehr vielen scharfen Intervallen, die so manches für den Hörer „schwammig“ erscheinen lassen, zumindest beim ersten Mal anhören, hab ich von meinem Jugendvorbild Pink Floyd geklaut ich fand es damals immer mega eine neue Platte zu kaufen, da ich wusste die gefällt mir erst mal sowieso  nicht aber sobald ich se auf die Seite leg schwirren mir die Melodien im Kopf rum und den Effekt haben viele der Käufer bestätigt also hab ich mein Ziel erreicht! Mir wäre eine wirklich richtig gute Aufnahme obendrauf natürlich wahnsinnig viel Wert gewesen, aber irgendwann muss man anfangen und da hat man meist nicht genug Geld um so etwas zu erreichen, leider!

 

Metal District:

In Eurer Bandinfo steht, dass Ihr einen Deal mit EMI an Land gezogen habt, die Reviews über das Album geben als Label „Firefield Records“  an. Was ist denn da korrekt? Oder ist Firefield ein Sub-Label vom EMI? Das Netz hat mir diesbezüglich nicht wirklich meine Fragen beantworten können.

 

Ayscobe:

Naja da steht EMG! (Anm. der Red.: Huuups…*grins* Auch lesen will gelernt sein… o_O)  Aber den habe ich von meiner Seite gekündigt, ich war es leid immer Wochen lang auf irgend eine Antwort zu warten,  hab denen einen Haufen Geld gegeben und die waren sich zu fein für ein Telefonat oder für eine baldige Antwort meiner E-mails ( ne Woche hätte es ja getan)

Aber über einen Monat ist dann schon lang und des muss nicht sein, wenn ich mit jemand zusammen arbeiten tu dann will ich auch Rücksprache, Infos müssen laufen sonst führt es zu nichts, das war hier allerdings in keinster Weise der Fall!

 

Metal District:

In einem Review konnte ich lesen, dass es sich bei dem Album um ein Konzeptalbum handelt. Erzählt doch mal bitte ein wenig was über das Konzept. Wovon handelt es? Wie kam die Inspiration dazu? Wie wurde es geschrieben? Aus einem Guss oder stand erst der Text? Wer hat das Ganze geschrieben?

 

Ayescobe:

Das Album handelt von einem jungen Mann, der über selbst eingeredete Missverständnisse eine Psychose bekommt. Er nimmt die Ratschläge seiner Freundin und seines besten Freundes als Vorwürfe wahr und verarbeitet diese in Stimmen von Geistern, bis er sich aufgibt und in seine Traumwelt versinkt, wo ein Harlekin ihm jedoch seine Fehler vorhält und ihm bewusst macht , dass

Es keinen Ausweg gibt.  Das Ende ist offen.

 

Metal District:

In der Bandinfo steht als Pläne für 2012, dass Ihr einen Nachfolger für das Album aufnehmen wollt. Wird das Ganze ein Anschluss werden an die erste Scheibe oder wird es eine neue Story geben?

 

Ayescobe:

Das nächste Album setzt in der Geschichte da an, wo das erste aufhört, nur aus der direkten Realität,

was die nächste Kritiker freuen wird, denn so muss dann auch die Musik eindeutiger gestrickt werden. Die Komposition  ist fertig und ich bin sehr zufrieden an den Texten feilen wir grad noch ein wenig .

 

Metal District:

Welche Zielgruppe wollt Ihr mit Eurer Musik ansprechen? Was ist Eure Herangehensweise an die Musik? Immerhin sind wir ein Metal Magazin und vom Metal seid Ihr ja ein ganzes Stück entfernt. Was spricht für Eure Musik, dass auch ein Metalhead, wozu unsere Leser gehören, davon begeistert sein wird? Prog hat ja einen eher unguten Stand.

 

Ayescobe:

Die Zielgruppe ist sehr wohl auch die Metalscene, ich mein die einzigen Alben solcher Art wurden in den letzten Jahren von Metal-Bands geschrieben oder zumindest von Leuten die sich selbst da einordnen wie Ayreon, Savatage, Avantasia. Die Musik von Ayscobe ist ja auch vielfältig und manches sind auch Metal- Elemente.  Zudem  ist es jedem seine eigene Sache in welcher Musik er uns einordnet, viele meiner Freunde ordnen es wirklich in den Bereich Metal ein andere in Rock also scheiden sich da die Geister und warum bitte nicht ein paar von denen drauf aufmerksam machen.

 

Ich arbeite meist mit Texten, ich schreibe was versuche einen Rhythmus zu finden und beginne mit der Melodie. Aber ich manchmal auch erst mit der Musik wenn mich was plagt, dass ich jetzt unbedingt zu Papier bringen will dann tu ich das auch so schnell wie möglich versuche jede Note die ich im Kopf hab möglichst exakt zu treffen und schau was an Material für die Durcharbeitung etc.

Drin ist, da mach ich dann die Musik komplett bevor ich einen Text drüber schreib! Also im Großen und Ganzen je nachdem wie es grad kommt! Es gibt nicht wirklich ein Rezept.   

 

Metal District:

Wie viel Zeit verbringt Ihr so im Proberaum? Was treibt Ihr so, wenn Ihr nicht im Proberaum seid? Eher im kleinen Kreis was unternehmen oder lasst Ihr doch öfter mal die Kuh fliegen und besucht das eine oder andere Konzert?

 

Ayscobe:

Wir proben einmal die Woche komplett, aber mit den einzelnen Musikern oder in kleinen Gruppen teilweise auch bis zu dreimal. Da auch jeder wirklich übt funktioniert des Set auch sehr gut, also arbeiten wir Feinheiten  raus, Betonungen und so was.

 

Also wir lassen schon ab und zu die Kuh fliegen und gehen auf Konzerte, vor allem ich war in den letzten Wochen am laufenden Band auf Konzis in der Umgebung, teils von Bands aus dem Freundeskreis, meist aber bei größeren Bands in der Rockfabrik Ludwigsburg! Aber wir unternehmen auch eher zivilisiertere Dinge im kleineren Kreis.

 

Metal District:

Was ist Euer Ziel? Die großen Bühnen oder wirklich Eure Musik durchziehen? Kommen erfolgsorientierte Kompromisse bei Euch in Frage oder geht es nur um die Kunst, die ehrliche Musik aus dem Herzen?

 

Ayscobe:

Also unser Ziel ist beides unsere Musik durchziehen und solange dran feilen oder spielen, bis wir die großen Bühnen unter unseren Füssen haben, ansonsten solange spielen bis der Namen bekannt ist, sich „Fans“ gefunden haben und selber die großen Bühnen bauen!

Bei uns kann man durchaus sagen, dass wir Sturköpfe sind was unsere Musik angeht und des mit Leib und Seele machen! Ich in dem Fall, hab mein Leben mehr oder weniger darauf umgestellt, verzichte auf wahnsinnig viel aber dafür bekomme ich oft meine Revanche und solche Erlebnisse bügeln dann die andere Seite wieder glatt, ich werde Ayscobe so lange am Leben halten, bis ich vor die Hunde geh. Es ist mein Leben und ein Großteil meiner Vergangenheit! 

 

Metal District:

Über Euer Mastermind Michael Tenten ist in der Bandinfo gesagt, dass er Musik studiert hat. Wie schaut es mit den Hintergründen der anderen Musiker aus? Haben die auch alle schon vor Ayscobe ihre Werdegänge hinter sich oder sind da auch „Frischlinge“ dabei, die sich ihre musikalisch hochwertigen Sporen verdienen?

 

Ayscobe:

Lothar Hermand hat in den 70gern in sehr professionellen Bands gespielt und blickt auf ein 15 jährige Karriere im Profibusiness zurück. Veronika Rüdenauer ist ebenfalls eine studierte Musikerin und Musiklehrerin in Herrenberg. Sven Jüttner hat ebenfalls Musik studiert und arbeitet als Opernsänger und Basssänger an verschieden Opernhäusern und in verschiedenen Chören. Andre Frey ist Schlagzeuglehrer an verschiedenen Schulen von Stuttgart bis Villingen. Sven Hermand ist eigentlich der einzige, der wegen seines Talentes als nicht durchgeschulter Musiker in der Band ist.

 

Metal District:

Das war schonmal reichlich Info. Wie immer, bei einem guten Interview gehören Euch die letzten Worte:

 

Ayscobe:

Metal will never die!

Wir hoffen, dass sich die Toleranz und die Freude an guter Musik wieder für normal einbürgert und Metal nicht zur Scene wird sondern der Zufluchtsort für Musikbegeisterte, langhaarige und Chaoten

So wie es immer schon war!

Danke

 

Wer jetzt durch das Interview neugierig geworden ist, der sollte mal seinem Browser etwas Input geben:

www.ayscobe.de

de-de.facebook.com/pages/Ayscobe/135027749841212

 

Zu diesem Interview:

Autor:
Pan

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Artikel eingestellt:
21.12.2011