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MUSHROOMHEAD

Interview mit Drummer Skinny

Cover

Zwar schon seit 1993 im Geschäft, führen die US-Amerikaner MUSHROOMHEAD in Good Old Germany doch eher ein Untergrund-Dasein. Ändern wird sich dies jedoch sicherlich mit dem neuesten Streich 'Beautiful Stories For Ugly Children'. Drummer Skinny enthüllt, wer oder was sich hinter MUSHROOMHEAD verbirgt und warum sich das aktuelle Werk wie ein mutiertes Baby aus dem Hause Pantera/Faith No More anhört ...

“Wir sind große Pantera und Faith No More Fans. Von letzteren haben wir sogar schon Songs gecovert und unser Gitarrist Gravy ist ein großer Anhänger von DimeBag.” lässt der Schlagwerker durch blicken, bevor er zu den Einflüssen und der Entwicklung der Band Stellung bezieht. “In unseren Anfangstagen waren wir sehr experimentell, gerade auch in Verbindung mit unserem Auftreten und dem theatralischen Styling. Jeder in der Band hat unterschiedliche musikalische Backgrounds und daraus ergibt sich ein Mix aus Metal, Rock, Theater, Ambient und einigen Sachen mehr. Über die Jahre haben wir unseren Stil weiter entwickelt, was ja eine völlig normale Sache für eine Band ist. Aufgrund der Tatsache, dass wir zwei Sänger in der Band haben, verändert das natürlich die gesamte Dynamik innerhalb der Gruppe. Einer unser früheren Sänger (J Mann) war ein typischer Schreihals, während Waylon viel variabler ist und neben den Screams auch richtig singen kann. Jeffrey Nothing war schon immer mehr der pure Sänger, aber wenn er an seine Grenzen geht wie im Song '1200', dann geht das auch mal in Richtung Tom Araya von Slayer.”

 

Rein optisch fällt einem natürlich gleich eine 'gewisse Verbindung' zu Slipknot auf, was die uralte Frage aufwirft, wer zuerst da war: Das Huhn oder das Ei … sprich: Slipknot oder MUSHROOMHEAD?

“Ich habe gerade ein Interview gegeben in dem man mich auf den Tod von Paul Grey (Slipknot) ansprach und was ich zum Zeitpunkt seines Ablebens getan habe. Das ist schon ein wenig skurril und ironisch wenn man bedenkt, dass unser ehemaliger Gitarrist JJ Righteous letzte Woche verstorben ist. Es gab schon immer etwas Spannung zwischen den beiden Bands, aber inzwischen haben wir unseren Frieden gefunden. Wir haben nichts gegen Slipknot und sie haben auch anerkannt, dass wir zuerst existent waren. Für uns ist das also eigentlich keine große Sache mehr.” Und wo siehst du die Hauptunterschiede zu ihnen? “Ich denke, wir sind etwas gruseliger und facettenreicher. Wir vereinen eine größere Anzahl verschiedener Elemente.”

 

Anhand der ersten drei Songs des aktuellen Werkes erklärt Skinny, worum es textlich bei der acht Mann starken Truppe geht …

“Come On”: Eine Hymne für diejenigen, die man zu weit getrieben hat. Wenn du dir selbst die Frage stellen musst, dann solltest du besser gehen!

“Inspiration”: Wahrheit oder Lügen? Wir treffen im täglichen Leben darauf. Du kannst durch Dinge bewegt werden, aber solltest nicht von ihnen eingesperrt werden.

“Slaughterhouse Road“: Genug is genug – fick' diese zweischneidigen Typen, die sich als deine Freunde maskiert haben. Fick die Propaganda, den Zuckerguss des wahren Kriegshorrors und der Gesellschaft im Allgemeinen.

Band 2

Wie sieht's mit euren Live-Shows aus? Was können wir von euch erwarten und wann geschieht dies in unseren Breitengraden?

“Wir werden im Januar/Februar 2011 in Europa auf Tour gehen. Unsere Shows sind ausgearbeitet und theatralisch. Am Bühnenrand haben wir beispielsweise große Kesseltrommeln und Wasserfässer aufgebaut, was bei einigen Songs ziemlich dramatisch wirkt. Ihr solltet euch auch mal unser Video zu 'Come On' reinziehen. Da geht's zu wie im Film 'Fight Club' – ziemlich gewalttätig. Das letzte Mal waren wir übrigens im Rahmen des Ozzfest in Europa, aber das liegt schon ein paar Jahre zurück. Es wird jedenfalls aufregend!”

 

Ich persönlich finde das Artwork des Digipacks sehr gelungen. Da steckt ein richtiges Konzept dahinter. Kommt so etwas aus den bandeigenen Reihen?

“Ja – MUSHROOMHEAD kümmern sich um das komplette Artwork. Wir haben über Monate akribisch an den Details gearbeitet, was eigene Fotoshootings, Layout etc. beinhaltet. Es gibt nicht nur ein Bandmitglied, welches dafür verantwortlich ist, sondern jeder ist in einem demokratischen Prozess darin eingebunden.”

 

Wo darf man eure Heimatstadt Cleveland auf der metallischen Landkarte einordnen?

“Cleveland ist eine seltsame Stadt, aber die Metal-Szene ist recht groß, wie dieses Gebiet sowieso eines der stärksten in Sachen Rock und Metal in den USA ist. Das war eigentlich schon immer so und wird sicherlich auch zukünftig so bleiben. Die Staaten in der Mitte Amerikas sind nicht wie die Ost- oder Westküste. Hier sind die Fans sehr loyal und lieben es zu rocken.”

 

Zu diesem Interview:

Autor:
Hansy

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Artikel eingestellt:
11.11.2010