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VANDERBUYST

Willem und Jochem im Gespäch mit Metal District

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Hallo Willem und Jochem. Zuallererst möchte ich mich bedanken, dass ihr euch die Zeit nehmt, unsere Fragen zu beantworten und natürlich möchte ich es nicht versäumen, euch zur Veröffentlichung eures Debütalbums “Vanderbuyst” zu gratulieren. Habt ihr damit bislang den Zuspruch bekommen, den ihr euch erhofft habt?

Willem: Man, die Reaktionen sind bislang einfach nur überwältigend. Wir wussten zwar, dass das Album gut geworden ist, aber dass die Leute es so euphorisch annehmen würden, damit hat keiner gerechnet – europaweit waren die Rezensionen durchweg gut. Von meiner Zeit bei POWERVICE weiß ich, dass es da draußen noch jede Menge Leute gibt, die auf Old School Hard Rock und Heavy Metal stehen und es ist großartig zu sehen, dass VANDERBUYST so gut ankommt.


Wo du es gerade ansprichst: vor VANDERBUYST hattest du die Band POWERVICE: ich will zwar an dieser Stelle nicht allzu sehr ins Detail gehen, aber dennoch würde es mich interessieren, wie lange es gedauert hat, nach dem Ende von POWERVICE mit einer neuen Truppe an den Start zu gehen?

Willem: POWERVICE haben sich 2007 getrennt. Hiernach bin ich für einige Monate durch Südostasien gereist. Obwohl ich vom Musikmachen die Nase gestrichen voll hatte, schrieb ich auf dieser Reise neue Songs und VANDERBUYST wurde dann bereits im Frühjahr 2008 gegründet. Einige Monate später erschien dann eine EP, ehe wir im Januar 2009 das erste mal ein Konzert spielten.

 

CoverWie viel von POWERVICE hast du letztlich mit zu VANDERBUYST gebracht?

Willem: Meiner Meinung nach steckt nicht viel von POWERVICE in VANDERBUYST. Schon allein die Tatsache, dass es in meiner früheren Band zwei Gitarristen gab und wir jetzt nur noch einen haben, macht einen großen Unterschied aus. POWERVICE war vor allem eine Heavy Metal Band, versehen mit einem Hauch Hard Rock. Bei VANDERBUYST ist es eigentlich genau umgekehrt, obwohl ich den Eindruck habe, dass wir uns mehr und mehr Richtung Heavy Metal entwickeln.


Da einige unserer Leser euch sicherlich (noch) nicht kennen, bitte ich dich, eure Musik und euer Album in wenigen Worten zu charakterisieren.

Willem: VANDERBUYST spielen eine Mischung aus 70s/80s Hard Rock, Classic Rock und frühem NWoBHM. Bands wie UFO, Rainbow, Van Halen und Thin Lizzy kann man als grobe Richtung nennen. Music made for headbanging!

 

Auf welche eurer Songs seid ihr besonders stolz? Habt ihr einen persönlichen Favoriten auf dem Album?

Jochem: Ehrlich gesagt bin ich auf alle Songs stolz, aber es ist natürlich schön, dass ein Stück aus meiner eigenen Feder („Stealing Your Thunder“) auf dem Album gelandet ist. Es war eine wertvolle Erfahrung, meine eigene Musik in die Band einzubringen und gemeinsam mit den anderen daran zu arbeiten. Aber wie schon gesagt: in jedem Song des Albums steckt eine ganze Menge harter Arbeit, die sich glücklicherweise ausgezahlt hat, deswegen hab ich keinen Favoriten.


Würdet ihr irgendetwas ändern, wenn ihr das Album ein zweites Mal aufnehmen müsstet?

Willem: Nein, ich bin sehr zufrieden mit dem Aufnahmeprozess und dem Ergebnis. Ich würde beim nächsten Album nichts anders machen wollen, das heißt ich würde das Schlagzeug und den Bass wieder gemeinsam einspielen, um ansatzweise ein Live-Feeling zu erzeugen. Dann folgt die Gitarre, keine Overdubs, und am besten ein cleaner Gitarrensound. So klingt das ganze sehr kraftvoll. Zum Schluss kommt dann noch der Gesang hinzu. Das Artwork gefällt mir sehr gut – wir alle mögen 80s Cover, auf denen Frauen eine große Rolle spielen. Unserem Fotografen ist es gut gelungen, eine Atmosphäre einzufangen, die zugleich sexy und mysteriös ist.

 

Welche Schlagzeile würdet ihr gerne mal über euch lesen?

Willem: “Killed In Action,” haha. Auf der Bühne zu sterben, wäre für mich der wohl beste Abgang. Aber wir sind nicht auf Ruhm aus, sondern wir machen Hard Rock, weil uns wirklich etwas an der Musik liegt. Dass die Leute unsere Musik mögen, ist natürlich spitze, aber nicht unser Ziel. Irgendwie ist es paradox: die Unterstützung der Zuschauer ist nicht unser Hauptanliegen. Unser Ziel ist es, so viel wie möglich aufzutreten. Dafür brauchst du aber nun mal die Unterstützung der Zuschauer. Wir sind zugleich also auf unsere Fans angewiesen und sehr dankbar für diejenigen, die hinter uns stehen.

 

Nun zu meiner Lieblingsfrage, die immer ganz interessante Antworten hervorbringt: Wenn ihr die Möglichkeit hättet, eine Band auf eurer Party spielen zu lassen, aus welchen Musikern würde diese Gruppe bestehen?

Willem: Haha, die Frage finde ich echt gut! Als Schlagzeuger würde ich Cozy Powell einladen. Phil Lynott sollte singen und Bass spielen und an der Gitarre hätte ich gerne Sir Ritchie Blackmore – seine verrückte Frau kann er aber zu Hause lassen, haha. Da Cozy mit den beiden aufgetreten ist und ich weiß, dass Ritchie Phil Lynotts Stil mochte, wäre das wohl ein ganz interessantes Trio.

 

Welcher Moment war für euch als Musiker besonders bedeutend?

Willem: Unsere Position als Opener mit POWERVICE beim Keep It True-Festival – diese Begrüßung werde ich niemals vergessen. Wir kamen am Freitag nachts zur Warm-Up-Party an und alle waren sturzbetrunken. Ich dachte damals nur “Shit, wir müssen morgen Vormittag um 12 auf der Bühne stehen, keine Sau wird um diese Uhrzeit schon wach sein, sondern zum Ausnüchtern im Zelt”. Aber bei unserem Gig war die Halle voll und die Leute waren kaum zu bändigen und schon wieder mächtig am Bechern. Unglaublich!

Jochem: Bis jetzt war das der Moment, in dem ich erfahren habe, dass unser Album von Ván Records, einem absoluten Killer-Label, veröffentlicht wird.

Willem: Yeah, da stimme ich zu, das waren echt große Neuigkeiten für die Band. Ich bin Ván echt dankbar, denn dadurch wurde uns ein Traum erfüllt.

 

Umgekehrte Frage: Was wäre das Schlimmste, was euch als Band passieren könnte?

Willem: Mhm, neben einer Trennung wäre Kreativitätsverlust wohl der Supergau.

 

Euch wird ja nachgesagt, dass ihr in erster Linie eine Live-Band seid. Wir haben vorher ja schon mal kurz drüber gesprochen, dass Auftritte für euch am wichtigsten sind. Findet ihr, dass eure Musik live anders rüberkommt als auf Platte?

Willem: Die Interaktion mit den Zuschauern macht das Auftreten zu etwas Besonderem. Versteh mich nicht falsch, wir gehen vor zwei Leuten genauso ab wie vor 200, aber es ist natürlich schon das Größte, wenn der Club mit Headbangern vollgestopft ist, die ihre Fäuste zur Decke recken und mitgröhlen. Wenn dann Bier und Schweiß von der Decke tropfen, dann weißt du, dass du einen guten Gig abgeliefert hast. Wir haben versucht, einen Teil dieser Energie im Studio einzufangen und haben deswegen auch Bass und Drums zusammen eingespielt. Zudem haben wir uns gegen Overdubs bei der Gitarre entschieden. So kommt der Sound dem Live-Sound sehr nahe. Meiner Meinung nach machen sich die letzten beiden Songs deswegen besonders gut auf dem Album.

 Band

Steht bei euch in der nächsten Zeit eine Tour an, um sich mal von euren viel umjubelten Live-Qualitäten zu überzeugen?

Willem: Eine Tour wäre klasse. Momentan konzentrieren wir uns jedoch in erster Linie auf die Niederlande und spielen mindestens einmal pro Woche. Im Frühling 2011 werden wir in Deutschland auftreten – unsere Release-Party in Oberhausen am 22.10. war mehr als gelungen, die Leute waren großartig. Wir können hoffentlich öfter in Deutschland auftreten.

 

Last but not least: wie sieht’s mit euren Zukunftsplänen aus? Wo würdet ihr euch gerne in zehn Jahren sehen?

Jochem: Poohhh, zehn Jahre. Mhm, eine Diskographie mit zehn Alben, darunter ein oder zwei Live-Alben, wäre wünschenswert. Die meisten Bands, die ich persönlich gerne höre, haben irgendwann mal so ein Live-Album herausgebracht (“Live and Dangerous”, “Strangers in the Night”, “Life After Death”,…). Wenn es einer Band gelingt, einen Auftritt auf solche Art und Weise in Tonform festzuhalten, dann hat man es meiner Meinung nach wirklich geschafft. Außerdem möchte ich in zehn Jahren viele Länder mit der Band bereist haben, zum Beispiel Japan.

 

Ich danke euch beiden für das Interview und wünsche euch weiterhin alles Gute.
Wie immer gehören die letzten Worte euch.

Willem: Vielen Dank für die Chance, uns vorzustellen. Wäre schön, euch und eure Leser irgendwann mal vor der Bühne zu sehen. Bis es soweit ist: besorgt euch unser Album in Vinyl bei Ván Records. Keep it Heavy!!!

Zu diesem Interview:

Autor:
Kath

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Artikel eingestellt:
08.11.2010