Suche:

ELVIS JACKSON

Interview

SKA PUNK HARDCORE REGGAE METAL – und GRIND?

Band 1

Die slowenische Band ELVIS JACKSON wurde im Jahr 1997 gegründet und befindet sich seitdem auf einem steilen Weg nach oben. Sänger David Kovšca, auch bekannt als Buda, wird uns heute beschreiben, wie alles begann und was ELVIS JACKSON so besonders macht.

Vielleicht könntest du uns erzählen, wie ihr euch getroffen habt und welche Ziele ihr am Anfang verwirklichen wolltet. Welche Schritte in eurer Bandgeschichte würdest du als herausragend bezeichnen?

Nachdem wir in vielen lokalen Punkrock-, Hardcore- und Metal-Bands gespielt hatten, nahmen wir uns vor, etwas frischeres, einfach was anderes zu kreiieren. Das erste und einzige Ziel bestand darin, so schnell wie möglich aufzutreten. Der große Wille, Musik zu machen und überall auf der Welt Gigs zu spielen, führte uns auf eine unvorhersehbare Reise, und das war am Anfang auch das Interessante für uns. Nach nur zwei Tagen in unserem Proberaum waren wir nicht nur voller neuer Ideen, sondern bekamen auch gleich eine Anfrage, ob wir unsere erste Show in der Nähe unserer Heimatstadt spielen wollten. Das konnten wir wirklich nicht ablehnen, es war schließlich ein Auftritt auf einer Faschingsparty. Und das war der entscheidende und wichtigste Schritt in der Geschichte von ELVIS JACKSON. Danach spielten wir ungefähr hundert bis einhundertfünfzig Konzerte im Jahr und teilten die Bühne mit Bands wie THE OFFSPRING, FAITH NO MORE, MOTÖRHEAD, NO-FX, ASIAN DUB FOUNDATION und vielen anderen. Das war definitiv eine große Ehre für uns.


Eure Musik spielt mit einer großen Bandbreite verschiedener Einflüsse. Wie seid ihr auf die Idee gekommen, so viele unterschiedliche Stile zu verbinden (unter anderem Hardcore, Metal, Ska und Reggae)? Wie würdest du die Entwicklung von ELVIS JACKSON von Album zu Album beschreiben?

Wir wollten in unserem kreativen Prozeß, in unserer Musik, nie Grenzen gelten lassen. Vier verschiedene Menschen mit unterschiedlichem Musikgeschmack, aber glücklicherweise offen für alle möglichen Experimente, hatten wir nie Probleme damit, einen Trip von Reggae zu Harcorde und Metal zu unternehmen. Jedes Album repräsentiert eine bestimmte Phase in unserer Kreativität. Unsere musikalische Entwicklung verändert sich entsprechend unserer persönlichen Entwicklung. Wir können also sagen, dass wir in diesen Jahren sehr viel gelernt haben... und wir lernen immer noch, weil diese geheimnisvolle Reise wahrscheinlich nie enden wird hehehe.


Erzähl uns doch bitte ein bisschen darüber, was ihr in euren Texten transportieren möchtet.

Die Texte sind nur eine Widerspiegelung aktueller Impressionen, die wir von uns, den Menschen und unserer Umwelt haben. Wir versuchen, realistisch zu sein und nicht zu viel zu predigen.


ArtworkEuer neues Album „Against The Gravity“ überrascht mit einem coolen Artwork, das toll zur allgemeinen Stimmung der Musik passt. Wer hat sich das Konzept überlegt, ein Bandmitglied?

Der Name des Albums erklärt schon so viel. Wir wollten ein direktes, aussagekräftiges und einfaches Cover, das jeder gleich versteht. Das Artwork stammt von unserem Freund Oho Roho, und er hört überwiegend Reggae. Er hat bereits Cover für MAD PROFESSOR und andere Reggaekünstler entworfen. Es war die Idee der Band, den Fisch irgendwie entgegen der Schwerkraft über die Wasseroberfläche fliegen zu lassen, aber den ganzen Rest hat Oho Roho erarbeitet. Ich finde, dass es letztendlich ziemlich lustig geworden ist ;-)

 
Auf „Against The Gravity“ gibt es einen versteckten Song. Um genau zu sein, handelt es sich dabei um einen Grindcoretrack! Davon war ich recht überrascht, aber es macht auf jeden Fall Spaß, zuzuhören. Gibt es dazu irgendwas zu sagen?

Stell dir vor, ein SUBLIME-Fan spielt Gitarre und ein MEGADETH-Maniac versucht, ihm den Hals zu brechen ;-) Der Song ist in zwei Minuten entstanden. Was auch immer es darstellt, es ist cool und organisch! Übrigens, der Songtitel lautet: A bear and the weasel! Hehehehe…


Ihr kommt aus Slowenien. Vielleicht könntest du unseren Lesern die Crossover- und Metalszene in eurem Land beschreiben.

Wir können in Slowenien nicht gerade von einer großen Szene sprechen. Bedenkt man, dass wir hier von einem Land mit zwei Millionen Einwohnern sprechen, kann man aber schon sagen, dass die Szene definitiv jeden Tag größer wird. Wir haben führende Metalbands wie NOCTIFERIA, aber auch einige neue, frische Gruppen wie I Vs. I, INMATE, LAST DAY HERE, DWEAL, NEGLIGANCE und viele mehr... Der Metal ist eine der stärksten Untergrundszenen hier und es gibt oft wichtige Konzerte mit vielen Besuchern, und im Sommer findet ja auch das sehr bekannte METAL CAMP statt.


Ihr spielt auf internationalen Festivals wie EXIT, und ich habe auch gelesen, dass ihr einige Preise für euer musikalisches Werk erhalten habt. Welcher Preis ist für euch der wichtigste, auf welchem Festival spielt es sich am besten?

Wir lieben es, europaweit auf Sommerfestivals aufzutreten, weil jedes Festival seine eigene Stimmung hat und du niemals sicher sein kannst, wie die Show am Ende aussehen wird. Uns Bandist es wirklich wichtig, wie der Veranstalter die Band behandelt, und welches Gefühl sich in dem Moment einstellt, in dem wir aus dem Wagen steigen. Wir mögen es, auf Festivals zu spielen, bei denen man spürt, dass die Veranstalter ihr Bestes für die Qualität des Events geben, denn wir geben auch immer unser Bestes, egal, wo wir sind oder wie viele Leute vor der Bühne stehen. Die größte Belohnung ist für uns ein Platz voll mit Leuten, die zu unserer Show kommen, um Spaß zu haben. Alle anderen Preise sind nur für den Augenblick und wir legen nicht viel Wert auf sie.


Was war der beste Gig, den ihr jemals hattet, und was der schlechteste?

Wir hatten so viele tolle Auftritte, ich kann wirklich nicht nur einen hervorheben. Aber ich kann dir ein Beispiel von einem der schlechtesten geben. Wir sollten irgendwo in Italien spielen. Nachdem wir ungefähr vier Stunden lang nach der Location gesucht hatten, fanden wir heraus, dass diese nicht mehr existiert, sondern ein Jahr zuvor von der Polizei geschlossen wurde. Der Typ, der die Show zwei Wochen vorher gebucht hatte, ging nicht ans Telefon, also sind wir heimgefahren. Ein Auftritt in Frankreich war auch sehr cool. Wir kamen am Auftrittsort an, aber es war ein Restaurant ohne P.A., dafür aber voller Tische, die in den Boden geschraubt waren. Der Typ kam mit einem einzigen Schraubenschlüssel an und sagte: 'Ok Jungs, ihr könnt anfangen, die Tische abzumontieren, die Show soll in einer Stunde beginnen.' Und so weiter...


Wohin wird es ELVIS JACKSON in Zukunft treiben? Konzerte, neues Album in Sicht, Stilwechsel in Richtung Grindcore?

Im Moment arbeiten wir an neuem Material für unser fünftes Album. Aber gleichzeitig geht die Werbung für „Against The Gravity” weiter. Nachdem wir das Album nun in Slowenien, Deutschland, Großbritannien und Skandinavien veröffentlicht haben, versuchen wir weiterhin, das Album auch auf anderen europäischen Märkten wie Spanien, Frankreich und Russland zu etablieren. Wir suchen seriöse Bookingagenturen, die uns Shows besorgen, denn wir leben für die Live-Performance und hoffen auch, dass wir bald wieder nach Deutschland kommen.

 
Vielen Dank, dass du meine Fragen beantwortet hast, und viel Erfolg für „Against The Gravity“ und die anstehenden Gigs!

Band

 

Zu diesem Interview:

Autor:
Thunderhead

Weiteres:

Gelesen:
4537 x

Artikel eingestellt:
30.09.2010