Basser Richie Mullins im Interview mit Metal District

Seid gegrüßt. Bevor ich euch mit meinen Fragen löchere, muss ich euch meinen Glückwunsch zu eurem aktuellen Longplayer „Black Magic: All Mysteries Revealed“ aussprechen, das mir sehr gut gefällt.
Erzähl doch mal: wann habt ihr drei denn angefangen, gemeinsam Musik zu machen?
Besten Dank.
Mit unserer Musik haben wir im Mai 2005 begonnen. Daniel und ich trafen uns ein Jahr zuvor zum ersten Mal, als wir gerade Alkohol in einem Lebensmittelgeschäft kaufen wollten. Letztlich endete alles damit, dass wir beide gemeinsam in einer Entzugsklinik landeten und versuchten, unser Leben wieder in den Griff zu bekommen. Bevor es also mit der Musik losging, waren wir schon befreundet.
Eure Musik strotzt nur so vor Energie und Spielfreude. Woher nehmt ihr eure Ideen? Wovon lasst ihr euch inspirieren?
Wir lieben Musik – es ist einfach fast alles auf irgendeine Art und Weise inspirierend, da wir als Band nach wie vor versuchen, unsere Umgebung und das, was geschieht, musikalisch zu erfassen. Der Prozess unserer Identitätsfindung ist noch nicht ganz abgeschlossen.
Lemmy Kilmister sagte angeblich einmal folgenden Satz: „YLD plays rock and roll music like rock and roll music should be played.“ Stimmst du dem zu?
Wie würdest du eure Musik jemandem beschreiben, der noch niemals etwas von euch gehört hat?
Haha, Lemmy ist natürlich der Größte und ich würde ihm niemals bei irgendwas widersprechen. Davon abgesehen denke ich, dass wir einfach Rock and Roll spielen. Das neue Album deckt verschiedene Stile ab und es fällt mir schwer, es irgendwie in eine Schublade einzusortieren.

Wo wir gerade von eurem Album sprechen: es basiert auf dem Roman „Der Meister und Margarita“ des russischen Autors Michail Bulgakow. Worum geht es in dem Buch?
Wer von euch kam auf die Idee, den Roman als thematische Grundlage für das Album heranzuziehen?
Das Buch ist ein Meisterwerk. Der Titel des Albums und einige der Texte sind als Hommage an diese großartige, wunderschöne literarische Kreation gedacht. Das zentrale Thema des Buches stellt den Konflikt zwischen Gut und Böse dar – das eine kann nicht ohne das andere existieren. Die Grenze zwischen beiden ist oft verschwommen. Unsere eigenen Entscheidungen und unser moralisches Verhalten sind jedoch eindeutig unserem freien Willen entsprungen. Ich kann es nur nochmals sagen: das Buch ist großartig und wir können ihm mit unserem Titel und den wenigen Zeilen niemals gerecht werden. Dennoch hoffen wir, dass wir wenigstens ein klein wenig die Aufmerksamkeit von Leuten erregen konnten, die den Roman anderenfalls nicht gelesen hätten.
In euren Reihen befindet sich Daniel Davies, dessen Vater Dave Davies ist, der Sänger und Gitarrist der legendären 60er-Rockband THE KINKS.
@ Daniel: Inwieweit hat seine Musik dich inspiriert und geholfen, im Musikbusiness Fuß zu fassen? Hat Daniels Name es leichter gemacht, Publicity zu bekommen?
Daniels Name hatte keinerlei Vorteile für uns.
Daniel: Die Tage, in denen THE KINKS das Musikbusiness auf vetternwirtschaftliche Art und Weise beeinflussen konnten, sind lange vorbei. Ganz zu schweigen von dem schier endlosen Aufmarsch vom dämlichen Nachwuchs irgendwelcher Rocklegenden, der das Image von stinknormalen Musikfreaks wie mir selbst getrübt hat. Ich habe zwar einen berühmten Vater, aber alles, was ich erreicht habe, habe ich ohne seine Unterstützung geschafft. Abgesehen davon liebe ich den Mann und ich möchte es in dieser Welt als Musiker alleine schaffen.
Welche Bands hört ihr euch privat gerne an?
ACDC, Peter Greens Fleetwood Mac, The Sword
Was war der aufregendste Moment in deinem Leben als Musiker?
Es war ein ehrfurchtgebietender Moment, als wir „Kick out the Jams“ mit Wayne Kramer performt haben. Ganz zu schweigen von den Konzerten, bei denen wir als Opener für MOTÖRHEAD am Start waren.

Momentan befindet ihr euch auf Europa-Tour; letzte Woche wart ihr für ein paar Konzerte hier in Deutschland. Wie waren die Konzerte besucht und wie haben die Leute eure Musik aufgenommen?
Wir waren mit KARMA TO BURN unterwegs und die Gigs waren sehr gut besucht. Es schien so, als hätte den Zuschauern gefallen, was sie da gehört haben.
Wie entspannst du dich, wenn ihr auf Tour seid (wenn dazu überhaupt Zeit ist)?
Ich lese.
Letzte Frage: was wünscht du dir für die musikalische Zukunft von YEAR LONG DISASTER?
Es wäre toll, wenn wir weitere Alben aufnehmen und uns musikalisch weiterzuentwickeln.
Wo würdest du euch gerne in zehn Jahren sehen?
Immer noch auf Tour und am Platten-Aufnehmen.
Besten Dank für das Interview. Ich wünsche euch alles Gute.
Ich habe zu danken.