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RAM

...über Heavy Metal, Live-Massaker und das göttliche Licht der Wahrheit

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RAM über Heavy Metal, Live-Massaker und das göttliche Licht der Wahrheit

Hallo und erst einmal ein herzliches Dankeschön an RAMs Sänger Oscar Carlquist, der sich die Zeit genommen hat, METAL DISTRICT ein paar Fragen zu beantworten.

MD: RAM wurde im Jahre 1999 gegründet; bitte erzähl uns doch etwas über die Hoffnungen und Ziele, welche die Band ab diesem Zeitpunkt verfolgt hat.

Oscar: Bei RAM ging es von Anfang an darum, den wahren, klassischen Heavy Metal Sound samt der typischen Einstellung  zu repräsentieren, denn hierbei handelt es sich um die Musik und den Lebensstil, mit denen wir aufgewachsen sind, und nichts anderes hat uns in unserem Leben so sehr beeinflusst. Unser Ziel ist es, von der Musik zu leben, und letztendlich auch, zu sehen, wie weit wir dieses Projekt vorantreiben können. RAM hat das Potential, die größte Metal-Band der Welt zu werden.

MD: Die nächste Frage dreht sich um die persönlichen Vorlieben der Bandmitglieder: welche eurer Lieblingsgruppen haben  eure Art, Musik zu kreiieren, besonders beeinflusst?

Oscar: Eigentlich die meisten Heavy Rock und Metal – Idole der Siebziger und Achtziger, Black Sabbath, Iron Maiden, Judas Priest, Michael Schenker Group, Blue Öyster Cult, Scorpions, King Diamond/Mercyful Fate, Uriah Heep, Motörhead. Diese Bands haben einen massiven Einfluß auf uns, doch wir versuchen, für alle Arten von Musik – und natürlich insbesondere Metal – offen zu bleiben, denn Inspiration kann man überall finden, wenn man bereit ist, sich darauf einzulassen.

MD: Die ersten Veröffentlichungen RAMs erhielten in ganz Europa positives Feedback. Das neue Album "Lightbringer" scheint mir jedoch ein wenig progressiver zu sein als die Vorgängerscheiben. War dieses Ergebnis beabsichtigt oder hat sich der kreative Prozeß einfach in diese Richtung entwickelt?

Oscar: Unsere ersten beiden Releases sollten absichtlich eine klare Linie ergeben. Aber die meisten Songs auf "Lightbringer" wurden während der Arbeit an "Forced Entry" komponiert, der Unterschied erscheint vermutlich nur deshalb so deutlich, weil wir uns bemüht haben, für die Alben relativ homogene Songs zusammenzustellen. Zudem muss man bedenken, dass wir jedes Album nach einem bestimmten Konzept erstellen: "Forced Entry" (Debüt, Anm. d. Verf.) sollte sich mithilfe unkonventioneller Mittel einen Weg ins Bewusstsein der Menschen bahnen, wohingegen "Lightbringer" den Versuch darstellt, den Hörer so weit zu stimulieren, dass er fähig ist, sein Unterbewusstsein auf der Suche nach seinen persönlichen Wahrheiten zu durchforsten. Ich könnte mich stundenlang über den Sinn dieser Konzepte auslassen, da es sich hierbei um gut durchdachte Verfahren handelt, aber der wichtigste Punkt ist, dass sie bei der Entscheidung, welche Lieder am Besten auf das jeweilige Album passen, eine große Rolle spielen.

Band

MD: Wer ist für das Artwork des neuen Outputs verantwortlich? Und welche Beziehung besteht zwischen dem sehr symbolisch gehaltenen Cover und der Geschichte, die hinter "Lightbringer" steht?

Oscar:  Das Artwork stammt von mir: die von Widderhörnern umrahmten Augen symbolisieren die esoterisch-göttliche Kraft der Wahrheit, und der Rahmen bildet gemeinsam mit den labyrinthischen Formen ein System, welches den Weg zu dieser göttlichen Kraft bieten kann. Das Licht und somit die Erleuchtung werden durch Flammen dargestellt, denn das immer wiederkehrende Konzept von RAM beschreibt das göttliche Recht jeden Individuums, das eigene Leben zu kontrollieren. Bei der Wahrheit handelt es sich nicht um eine äußerliche Begebenheit, die in irgendwelchen Institutionen oder Massenveranstaltungen gefunden werden kann, sondern um etwas, dass man nur durch aktive Suche im eigenen Inneren entdecken kann. Allein in der Dunkelheit seines Unterbewusstseins ist es dem Menschen möglich, das Licht aller Lichter zu finden. Wahrheit bedeutet ultimative Freiheit, und du kannst erst dann vollkommen frei sein, wenn du die verschleierten Illusionen durchdringst, welche aus der Feder deiner Gebieter stammen.

MD: Nach dieser eindrücklichen Beschreibung des intellektuellen Hintergrunds eurer Alben kommen wir nun zu der Frage, wie ihr den Prozeß des Komponierens angeht. Tauscht ihr euch gegenseitig aus, oder gibt es ein bestimmtes Bandmitglied, das beim Songwriting die Hauptverantwortung trägt?

Oscar: Wir schreiben in so vielen unterschiedlichen Situationen, manche Songs werden mehr oder weniger von einem einzigen Musiker ins Leben gerufen, andere entstehen einfach, wenn wir gemeinsam jammen. Wir schreiben im Proberaum, wir schreiben mit der Hilfe eines Computers, ich singe Sachen in einen Handrekorder... wir entwerfen ständig neues Material.

MD: Die größten Neuigkeiten in puncto RAM betreffen – neben dem neuen Album natürlich – euren Vertrag mit dem Label AFM. Kannst du uns zu diesem Zeitpunkt schon etwas zu den Plänen sagen, die AFM mit RAM hat, und sind die vielen Auftritte der „Lightbringer“-Tour im Oktober  bereits ein Resultat dieser Zusammenarbeit?

Oscar: AFM leisten bei der Promotion der neuen Scheibe gute Arbeit, später soll das Album auch weltweit veröffentlicht werden. Für die Europatour ist vor allem die Swordbrothers Booking Agentur verantwortlich, die sich mittlerweile um unsere Auftritte kümmert.

MD: Nächstes Jahr werden RAM auf dem extrem beliebten Keep It True-Festival in Deutschland spielen.  Freut ihr euch aufgrund des Kultstatus, den das KIT in den letzten Jahren erlangt hat, noch mehr auf diese Show? Denkst du, dass dieser Auftritt einen ausschlaggebenden Effekt auf euren Bekanntheitsgrad haben könnte?

Oscar: Wir sind große Fans des Festivals, denn es ist eines der coolsten auf der ganzen Welt und ausschließlich kultige Bands dürfen dort spielen, daher fühlen wir uns sehr geehrt, Teil des Line-Ups zu sein. Für mich ist jedoch jeder Gig gleich bedeutend, ich habe mich in Live-Situationen kaum im Griff, denn wenn ich die Bühne betrete, legt sich in meinem Inneren ein Schalter um und das Adrenalin fließt durch meine Adern. Auch auf dem Keep It True-Festival werden wir unseren Fans wieder ein Heavy Metal-Massaker bieten!

MD: Vielen Dank, dass du unsere Fragen beantwortet hast, und viel Erfolg bei der anstehenden Europatournee!

Zu diesem Interview:

Autor:
Thunderhead

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Artikel eingestellt:
07.09.2009