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THE DEVIL'S BLOOD

Interview mit Bandkopf Selim

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Seid gegrüßt, geht’s euch gut? Ihr habt diesen Sommer ja schon ziemlich viel auf der Bühne gestanden – fühlt ihr euch erschöpft oder könnt ihr von euren Auftritten gar nicht genug bekommen?

Naja, eigentlich haben wir seit unserem ersten Auftritt auf dem Roadburn Festival am 17.April 2008 erst 20 Live-Rituale zu verzeichnen. Ich würde also nicht unbedingt sagen, dass wir so viel live gespielt haben, denn schließlich muss jede Band meiner Meinung nach mindestens 100 Shows im Jahr abliefern, um den Erfolg aufrecht zu erhalten. Wenn man unsere vermeintlich geringe Gig-Zahl betrachtet, hatten wir bezüglich dem Erfolg verdammtes Glück. Wir können immer auftreten wo und wann wir wollen, ohne dass die Quantität über die Qualität bestimmt. In nächster Zeit sind ein paar weitere Rituale geplant, um das neue Album unters Volk zu bringen. Allerdings werden wir niemals so oft auf der Bühne stehen, wie die meisten hart arbeitenden Rockbands. Wir haben einfach keine Lust darauf, jede Nacht irgendwo anders Konzerte zu geben.

Ihr habt ja die Doom-Legende PENTAGRAM bei ihren zwei Gigs in den Staaten als Support begleitet. Könnt ihr diesbezüglich irgendwelche Anekdoten erzählen und wie fühlt es sich an, mit so einer großen Band unterwegs zu sein?

Die beiden Nächte mir PENTAGRAM waren absolut spektakulär und von enormer Bedeutung für THE DEVIL’S BLOOD als Band und auch, um unseren Namen bekannter zu machen. Wir fanden großen Zuspruch und wurden sowohl von der ganzen Crew als auch von den PENTAGRAM-Musikern selbst ohne Zögern akzeptiert. Wie du dir sicher vorstellen kannst, haben PENTAGRAM einfach alles umgehauen. Sie bringen ihre Musik so gut und authentisch rüber, dass es schon fast unheimlich ist, ihnen zuzuhören und zuzusehen. Bobby war in absoluter Topform und ich persönlich hoffe inständig, dass er noch viele Jahre so weiter machen kann.

Im September erscheint endlich euer Debütalbum – was können die Leute denn von „The Time of no Time Evermore“ erwarten?

Ein grandioses Rockalbum, das all die satanischen Einflüsse einbindet, die THE DEVIL’S BLOOD zu dem machen, was wir sind. Es ist wie eine Reise, die man gehen muss, man muss das Album viele Male durchdenken, ehe sich einem die volle Wahrheit offenbart.

Ich frage mich, ob sich hinter dem Titel irgendeine verstreckte Botschaft oder eine andere Bedeutung verbirgt?The Graveyard Shuffle

So viel Verstecktes verbirgt sich nicht dahinter. Es ist eher so, dass das gesamte Album eine Art Beschwörung der Strömungen von finsterer Energie und Chaos ist. „The Time of no Time Evermore“ ist der Zustand, der sich hinter der Realität von Chaos, Tod und Freiheit befindet. Am besten ich zitierte mal unseren Pressezettel: „This album is intended as a push towards the apex of the Kali Yuga we are currently existing in. The title describes a state of unbeing which lies just beyond existence as we perceive it "normally" and through the words and music it is intended that nails are raked across the thin boundaries that separate us from the crawling chaos and into the timeless eternity of the thoughtless void. Our vision is that these songs, each in a different manner and from a different angle, succeed in helping the listeners to attune their beings to the vibrations of the left hand side and making its wine spill into this world, drop by drop, song by song, word by word, curse by curse and, eventually, death by death..."

Was hat sich denn innerhalb der Band seit der Veröffentlichung eurer ersten grandiosen 7“-Platte „The Graveyard Shuffle“ verändert?

Wir haben mehr Anhänger gefunden und wesentlich mehr Möglichkeiten und Chancen als zuvor. Dekadenz begleitet uns wohin wir auch gehen, unsere Rituale werden immer dunkler. Wir strengen uns zudem noch mehr an, die Leute mit unserer Botschaft zu erreichen. Außerdem haben wir auf unserem Weg viele Menschen getroffen, mit denen wir uns verbündet haben.

Wie geht ihr denn mit der Tatsache um, dass es da draußen scheinbar niemanden gibt, der eure Musik nicht mag? Ich glaube, ich habe noch kein schlechtes Wort über euch gelesen!

Ganz einfach: es interessiert mich nicht! Natürlich ist das gut für uns und THE DEVIL’S BLOOD, allerdings würden wir genau das tun, was wir jetzt eh schon machen, selbst wenn sich niemand für unsere Musik interessieren würde. Wenn die ganze Aufmerksamkeit, die wir bekommen, mal nachlässt und wir wieder in den Schatten verschwinden, aus denen wir auferstiegen sind, dann werden wir trotzdem nichts anderes machen.

Eure Musik erscheint immer sowohl auf CD als auch auf Vinyl, was natürlich vor allem für die ganzen Plattensammler da draußen eine echte Freude ist. Wie wichtig ist es für euch, dass eure Sachen auch auf Vinyl erscheinen und wo seht ihr die Vorteile gegenüber CDs oder diesem ganzen digitalen Kram im Internet?

Ich persönlich hasse CDs. Sie sind langweilig, ich verliere sie, sie verkratzen leicht, fallen runter und werden in Autos und Bussen einfach liegen gelassen. Wenn mir ein Album gefällt, dann versuche ich immCome Reaper, es auf Vinyl zu bekommen. Das hat auch etwas damit zu tun, dass es einfach viel schöner ist, eine Platte anzuhören als eine CD. Auf eine gewisse Art und Weise wird man beim Anhören einer Platte viel mehr in das Album vertieft. Mit dem Internet ist das natürlich nicht so. Das ist dafür gemacht, um zu bleiben und wir müssen es in seinem Rahmen ausschöpfen.

Ihr seid eine sehr mysteriöse Band – was macht ihr denn eigentlich im ‚normalen Leben’? Gibt es bei euch überhaupt ein ‚normales Leben’ mit Jobs und all dem Kran, oder legt ihr bewusst großen Wert darauf, so weit wie möglich anonym zu bleiben?

Wir sind lediglich Nummern im Buch des Todes, wir als Personen sind für euch von keinerlei Interesse. Wir wollen vielmehr, dass die Leute sich auf unsere Musik konzentrieren und auf unsere Botschaft, um eventuell zu Erkenntnis zu gelangen. Das ist jetzt keine Ego-Geschichte, aber wir wollen einfach nicht, dass unsere Gesichter die Kraft unserer Musik verschwimmen lassen.

Auf eurer letzten EP „Come, Reap“ befindet sich mit „White Faces“ ein großartiges ROKY ERICKSON-Cover. Wieso habt ihr euch für ein Stück von ihm entschieden? Was bedeutet seine Musik für euch?

Musikalisch gesehen ist ROKY ERICKSON wohl unser größter Einfluss und ich vergöttere seine Songs und seine herrlich geistesgestörte Persönlichkeit. In seinem Wahnsinn spricht er mehr Wahrheiten aus, als die meisten Leute in ihrem ganzen Leben jemals verstehen werden können.

Was habt ihr so für die nächste Zeit geplant? Erstmal eine kreative Pause oder geht’s mit voller Kraft voraus weiter?

Wir werden uns jetzt erstmal darauf konzentrieren, „The Time of no Time Evermore“ live mit kleinen, ausgewählten Ritualen und kurzen Touren mit unseren engsten Verbündeten an den Mann zu bringen. Was danach passiert, wird sich zeigen. Soweit denke ich nie im Voraus. Wir lassen das alles auf uns zukommen und nehmen die Dinge so, wie sie sich entwickeln. Wenn man vorher schon versucht zu erraten, was mal passieren wird, macht die Zukunft einem eh einen Strich durch die Rechnung.

Ich danke vielmals für das Interview.

Ich habe dafür zu danken, dass wir die Möglichkeit bekommen haben, eure Leser zu erreichen.

Wie immer gehören die letzten Worte der Band...

Hail Satan!

 

I'll be your ghost Single

Zu diesem Interview:

Autor:
Kath

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Artikel eingestellt:
10.08.2009