Gastreview von Jens-Uwe Köhler
Für alle, die sich nicht satt sehen können an Midsummer und Inspector Barnaby, erschien bei Edel-Motion am 28.08. die fünfte Ausgabe mit vier Filmen aus der bekannten englischen Krimiserie. Zusätzlich dazu auf einer Extra-DVD erschienen ist eine Doku zur Krimiserie oder, wie man es neudeutsch nennt, ein „Making of…“ mit dem Titel „Super Sleuth“.
Erschienen sind die Filme „Haus des Satans“ (Staffel 6), „Blut ist dicker“ (Staffel 7), „Der Club der toten Dichter“ (Staffel 7) sowie „Brennen sollst du“ (Staffel 7).
Die Filme sind von gewohnter Qualität, mit wunderbaren, verschlungenen Geschichten, skurrilen Figuren und vielen Mordfällen, die natürlich alle von Barnaby und seinen Assistenten aufgeklärt werden.
Die Mehrzahl ist hier angebracht, denn zu Beginn der 7. Staffel verläßt uns DS Troy, gespielt von Daniel Casey – er hat ein Angebot aus Newcastle – und ab dem „Club der toten Dichter“ wird Barnaby von DS Jones begleitet. Wie Jones eingeführt wird, entgeht dem Zuschauer leider, da zwischen dem Abschied von Troy im 29. Film der Serie („Blut ist dicker“) und dem für uns ersten Erscheinen von Jones im 32. Film einfach zwei Filme fehlen. Warum immer nur bestimmte Filme ausgewählt werden und nicht einfach die Staffeln der englischen Serie übernommen werden, ist nicht verständlich. So fanden sich in diversen Filmen immer wieder kleine Geschichten (so der Flirt zwischen Troy und Cully), die vermutlich im darauffolgenden Film ihre Fortsetzung fanden, aber leider läßt uns das ZDF hier mit unseren Vermutungen allein. Dies ist eigentlich unnötig, denn das die Auswahl aus qualitativen Gründen erfolgt sein könnte, erscheint mir abwegig.
Wirklich gut gefallen hat mir die Doku. Ich bin eigentlich kein Freund von solchen Begleitprogrammen, da die Beschreibung von filmischen Tricks mir schon oft die Illusion, die Kino ja ausmacht, zerstört hat.
Aber hier beschränkt man sich auf Interviews, manchmal begleitet von kurzen Ausschnitten aus den Filmen zur Aufhellung des Gedächtnisses. Wir lernen Caroline Graham kennen, die Erfinderin von Barnaby. Daneben kommen die Autoren der Fernsehserie sowie die Schauspieler und Produzenten zu Wort. Wir erfahren etwas über die Entstehungsgeschichte der Fernsehserie, über die Besetzung der Hauptcharaktere und so manch kleine, nette Anekdote. Das alles ganz unaufgeregt, ohne sich zu wichtig zu nehmen – ein eigenes Stück nette Unterhaltung für das interessierte Publikum. Schön war dabei, daß nicht die üblichen, deutschen Sprecher die Übersetzung über den Originalton gesprochen haben, sondern daß es nur die Wahl gibt zwischen OmU oder OV.