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IS LOVE ALIVE? - III: Social Jetlag

IS LOVE ALIVE? - III: Social Jetlag

Der psychedelische Doom aus dem Ruhrpott geht in die dritte Runde und klingt flüssig, reif und emotional höchst intensiv. Natürlich klingt er so, gibt es die Band doch schon einige Jahre in der Szene. Ich kenne ihren momentanen Status leider nicht, aber mit solchem Material müsste sie durchaus eine Menge reißen können.

IS LOVE ALIVE? sind eine Traditionalistenband, ganz klar. Doom geht hier zwar langsam, aber mit gewaltigem Trommelspiel von Daniel Müller, einem bisher recht umtriebigen, sehr sympathischen Herrn, der von Blackmetal bis zu diesem Psychedoom hier bisher einiges gemacht hat. Doom geht hier groovy und heißblütig. Die dreckig sägende Flying V von Thomas Pieper brodelt und dampft förmlich, wobei klar strukturierte Riffs und Melodiebögen sein Tun definieren.

Der dunkle Gesang mit gelegentlichen Growls und Schreien kommt von Stefan, einfach nur Stefan, einem talentierten, charismatischen Barden, der für einen Löwenanteil des psychedelischen Ausdrucks verantwortlich ist. Seine Melodien sind dunkel und mystisch, seine Stimmlage wechselt selten, wodurch er seine Opfer, sprich sein Publikum hypnotisiert. Wenn er wechselt, dann durchdringt seine Stimme Eure Seele.

Sascha spielt den Bass, wieder kein Nachname in Sicht, aber das macht auch nichts. Er ist ein Bassist, wie ein Bassist sein darf. Wuchtig donnert er als Mittler zwischen dem manischen Trommeln und der knirschenden Gitarre die Zwischenräume dicht. Solide, eher hintergründig, aber immer sehr präsent.

Aus dem doomigen Rahmen bei den Songs fällt der Anfang von "People come people go", wobei das Stück sich von einem melancholischen ruhigen Teil zu einem mächtigen Kriecher aufbaut. Man kann sagen, die Band hat sich das beste Stück bis zum Schluss bewahrt und sich kontinuierlich im Spannungsbogen gesteigert. Ein Traum von einer EP, die wahrlich mal Lust auf ein Album macht, gerade weil das Material traditionell und doch eigen ist und die Band in Sachen Performance voller Lust und Leidenschaft steckt.

Kontakt: tom.pieper@freenet.de oder metalmueller@msn.com

Sofort verhaften das gute Stück und die beiden Vorgänger ebenfalls.

 

Tracklist:

01. (Intro) 925
02. Seperate darkness from light
03. Social jetlag
04. Self - Reflection
05. State of mind
06. People come people go

Zu dieser Rezension:

Autor:
SirLordDoom

Bewertung:
8,5 von 10 Punkten

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Gelesen:
2085 x

Artikel eingestellt:
28.04.2014