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CATHAIN - Locromon

CATHAIN - Locromon

Co-Rezension von Redbeard und Kolyma

„Locromon“ heißt das Debüt, mit dem sich die bereits seit 2001 bestehenden Formation CATHAIN anschickt, die Herzen der Musikfreunde zu erobern. Schon nach den ersten Liedern und einem Blick aufs Cover ist klar wohin die Reise geht. Fantasy-Folk ist angesagt, und man fühlt sich recht schnell an die IRRLICHTER erinnert, die ihre Wurzeln ja auch in der Rollenspiel-Szene haben. Bei einem Blick auf die Homepage verwundert es dann auch nicht mehr, daß die Band (zumindest nach eigenen Angaben) gebuchte Dauergäste auf entsprechenden Veranstaltungen, wie dem Conquest of Mythodea oder der FeenCon sind. Eine besondere Spezialität der Band ist, so kann man auf besagter Website lesen, das Schreiben von Musik und Texten extra für Rollenspiel-Plots.

Was nach einigen Humpen Met am LARP-Lagerfeuer funktioniert, tut dies jedoch nicht automatisch auch auf CD. Der vorliegende Fall ist hier leider ein Negativbeispiel. Das Zusammenspiel der Musiker klingt beinahe auf der gesamten CD unausgegoren und breiig, wobei letzteres auch zu einem guten Teil an der Abmischung des Albums liegt. Selbige ist, gelinde gesagt, eine Katastrophe. Man kann zwar dem Herrn, der den Titeltrack „Locromon“ und das Stück „Feyertanz“ nachträglich gemixt hat, noch einen etwas besseren Job bescheinigen als dem ursprünglichen Mischer, am Gesamteindruck ändert sich dadurch jedoch wenig. Der Mix ist alles in allem einfach indiskutabel schlecht.

Wo wir schon bei der Kritik sind, der männliche Gesang beim „Kriegslied“ zieht mir nicht nur die Schuhe aus, da rollen sich auch gleich noch meine Zehennägel schockiert und furchtsam nach innen. Da der Herr ansonsten auf dem Album sonst ja auch eher durch Sprechgesang als durch Melodien glänzt, wäre ihm vielleicht ganz allgemein anzuraten doch lieber zu schweigen?

Wirklich nett anzuhören ist auf dieser insgesamt doch eher enttäuschenden Scheibe lediglich „Die Loreley“, bei der es sich ausgerechnet um das einzig nicht selbst verfasste Stück handelt. Hier lieferte der Heidelberger Romantik-Dichter Clemens Brentano mit seiner Ballade „Lore Lay“ die literarische Vorlage, die Musik dazu wurde ursprünglich von Carsten Hickstein von den STREUNERN geschrieben.

Anspieltipps:
Locromon
Die Loreley

Bandhomepage:
http://cathain.de/wordpress

Tracklist:

1. In der Nacht
2. Feyertanz
3. Locromon
4. Fern der Heimat
5. Das Wanderlicht
6. Lebhansidhe
7. Kriegslied
8. Die Loreley
9. Siren in the Dark
10. Rundtanz
11. Der Zaubertanz
12. Das Licht vergeht

Zu dieser Rezension:

Autor:
Kolyma

Bewertung:
4 von 10 Punkten

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Gelesen:
2139 x

Artikel eingestellt:
12.02.2013