Suche:

SURYA KRIS PETERS - THE HERMIT

SURYA KRIS PETERS - THE HERMIT

Christian Peters kenne und wertschätze ich als Frontmann der Wüstenrocker SAMSARA BLUES EXPERIMENT, von denen zwei Studioalben und eine Live CD meine Sammlung bereichern und meinen Ohren und Sinnen in bestimmten Momenten schmeicheln.
Nun ist ihm der kräftige, eigenwillige Rocksound seiner Hauptband als ewig Suchendem nicht genug. Er fühlt den Drang, eine Klangreise anzutreten, die weiter hinausführt, als es die Grenzen des Rock'n'Roll hergeben mögen. Sein erstes physisch erschienenes Soloalbum "The hermit" nimmt uns nun Stück des Weges mit. Es handelt sich um einen Querschnitt aus den beiden bisher nur digital erschienenen Alben "The flux" von 2015 und "Moonstruck" von 2016, der hier in einer 100er Auflage auf weißem Vinyl und nur so erscheint.
Alles was flirrt, dröhnt, surrt, brummt und summt ist ihm an musikalischem Einfluss willkommen. Elektronik heißt das Zauberwort. Man wird sofort an die großen alten Meister deutscher Synthesizermusik denken und fürwahr, deren "Kosmische Musik" ist in das vielseitige Soundgebräu des SURYA KRIS PETERS eingeflossen. Dunkle, mystische Harmonien von analogen Synthesizern und ein surrendes Dröhnen von denselben Instrumenten erzeugt mit entspannt tuckernden Percussionsounds aus der Rhythmusmaschine zerren Dich gleich beim Opener in die Welt des kosmischen Eremiten, der irgendwo allein mit seinem altersschwachen Raumfrachter durch die Galaxien kreuzt und sich mit den Sternen unterhält. Das ist schon fast ein wenig trostlos, aber sehr friedvoll und spirituell.
Schöne, aber melancholische Melodien, zwitschernde Synthies, eine Sitar, die ihre Drones einwirft, ein dezenter Rhythmus mit Rasseleffekten aus dem Computer, der Kurswechsel ist eindeutig definiert. Die Musik ist bei aller Melancholie sehr farbenfroh und spricht von Erleuchtung, wenngleich nicht Erlösung.
Man kann niemals die einzelnen Einflussgeber heraushören, nicht einmal die Epoche der Grundlehre ermitteln, welcher SURYA KRIS PETERS hier folgt. Innovationen solltet Ihr als Musikliebhaber anderweitig suchen, hier bewegt sich ein Musiker auf einem bereits beschrittenen Pfad und entdeckt allein für sich ein bislang noch wenig erforschtes Terrain.
Und wieder wird der Kurs gewechselt. Folkige akustische Gitarren, klassische Orgel, ein wenig wabernde E - Gitarre, eine zutiefst berührende, im Grunde aber einfache Melodie, fertig ist ein eindringlicher, wenngleich kurzer Folksong. Gemeinsam ist allen Stücken die meditative Atmosphäre und Friedfertigkeit. Du kannst Dich hineinlegen, treiben lassen und Deine Seele entspannen. Chris spielt ganz schlichte und doch so zermarternd betörende Läufe auf den Synthesizern verschiedenster Ausprägung und malt mit ihnen förmlich Bilder in Deiner inneren Welt.
Bei all den unzähligen Synthesizeralben da draußen punktet "The hermit" gerade durch seine Vielfältigkeit und hebt sich wohltuend von der Einheitskost ab. Für Freunde krautig schöner Elektronik ist das hier eine Entdeckungsreise und einen Einkauf wert. Wie gesagt, die LP ist streng limitiert und wird schon bald eine gesuchte Rarität sein.

Tracklist:

01. Eremitage
02. Ragamati
03. Winterbottom
04. Snow Feather
05. The Legend Of Raja Shakuu
06. Moonstruck Serenade
07. Chandra Luna
08. La Morriņa

Zu dieser Rezension:

Autor:
SirLordDoom

Bewertung:
9 von 10 Punkten

Weiteres:

Label:
ELECTRIC MAGIC RECORDS
Release:
17.04.2016

Gelesen:
3403 x

Artikel eingestellt:
31.03.2016