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SERPENT VENOM - Of things seen & unseen

SERPENT VENOM - Of things seen & unseen

Doom! Heavy Doom, wie er tatsächlich urklassischer kaum sein könnte. SERPENT VENOM ziehen hier auf ihrem zweiten Werk alle Register des Genres, schleppen sich leidenschaftlich leidend durch acht Songs in 48 Minuten und machen alles genau nach dem Lehrbuch. Man könnte jetzt davon ausgehen, dass SERPENT VENOM eine dieser Bands sind, für die sich eher Allessammler des Genres interessieren, aber man täte der britischen Lavarockband damit Unrecht.

Sie sind so urklassisch und absolut orthodox, dass sogar alte REVEREND BIZARRE dagegen wie eine Hyperprogband wirken, aber erstens haben sie einen machtvollen Schwung, der insbesondere auf der Bühne Wunder bewirken dürfte. Dann ist Sänger Gaz Ricketts mit seiner hellen, mittelhohen Stimme ein Meister des erzählerisch betörenden Doommetalsingens und ein charismatiker vor dem Herrn. Eben kein Ozzy, kein Chritus, kein Albert Witchfinder, kein Jus Oborne, kein Messiah und kein Robert Lowe, sondern einfach nur er selbst.

SERPENT VENOM schreiben schon sehr packende Songs, die gerade in den Momenten, wo sie wirklich Fahrt aufnehmen, unaufhaltsame Flutwellen brodelnder Gitarrenallmacht und tosender Rhythmik darstellen. Natürlich müssen sich diese Songs erst langsam entfalten und entwickeln. Aber SERPENT VENOM legen es auch nicht auf die obersten Chartpositionen an. Sie sind Doom so rein und kristallklar, dass sie allein dem Genrekenner und - genießer eine Ohrenfreude sondergleichen bereiten dürften. Und zu denen möchte ich mich zählen. Die Melodien sitzen, die Riffs sitzen, die Zähflüssigkeit geht einher mit einer tiefen Spiritualität, mit Entspanntheit und mit schierer Lust am physischen Klangerlebnis. Wenn der Gitarrist vollkommen kranke Leads spielt oder seine auf die notwendigen Akkorde reduzierten Grundriffs spielt, dann schaltet Deine Rübe schlichtweg auf Eidechsenhirn um und Du versinkst geifernd in einer Woge aus Sound.

Originalität mag hier weniger im Spiel sein, von Innovationen ist dieses Album komplett frei. Aber hier ist jeder Ton bedeutsam, hier dringt eine Gruppe von Musikern mit ihrem Klangmaterial bis in den hintersten Winkel Deiner Seele vor. Das ist die Aufgabe vom Doomrock und Doommetal, das Ausfüllen und Grundreinigen des Geistes. So lass ich mein Karma gerne in Dharma umwandeln. Wer Doom liebt, der wird hier die Vollkommenheit vorfinden. Aber nur derjenige wird dieses Album auch verstehen. ELECTRIC WIZARD würden so klingen, wenn man sie komplett vom Schmutz befreien würde. In Sachen Schwere liegen SERPENT VENOM mit ihnen gleichauf.

Tracklist:

01. The Penance You Pay
02. Sorrow's Bastard
03. Death Throes at Dawn
04. The Lords of Life
05. I Awake 01:14 instrumental
06. Let Them Starve
07. Pilgrims of the Sun
08. Burning Free

Zu dieser Rezension:

Autor:
SirLordDoom

Bewertung:
8,5 von 10 Punkten

Weiteres:

Label:
Church Within Records
Band-Webseite:
https://www.facebook.com/pages/Serpent-Venom/109942092371705
Release:
05.11.2014

Gelesen:
6034 x

Artikel eingestellt:
05.11.2014