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PURPLE HILL WITCH - Purple hill witch

PURPLE HILL WITCH - Purple hill witch

PURPLE HILL WITCH sind eine norwegische Band aus Oslo und haben sich dem klassischen Doom und Heavy Rock verschrieben, der sich über COUNT RAVEN, SAINT VITUS, WITCHFINDER GENERAL, PENTAGRAM und BLACK SABBATH hin zurückverfolgen lässt, sprich eine Menge Bluesspirit in sich birgt und eine brodelnde, tosende Atmosphäre erschaffen kann, wenn nicht gerade in mystischen Sphären verweilt wird.

Gleich der Opener "Queen of the hill" enthält sämtliche gängigen Merkmale dieser Spielweise. Breite, zermalmende Riffs, die eine brütende, versumpfte Ausstrahlung haben, ein paar schöne spacige Effekte, somit eine Brücke zum Acidrock und Spacerock, mittelhohen, mit viel Hall veredelten und leicht im Hintergrund stehenden Leadgesang, Bluestonleitern als Grundlage aller Gitarrenpassagen, sowie eine entspannte, aber wuchtige Rhythmusarbeit, die kräftig und bei aller Verspieltheit doch bodenständig und ehrlich wirkt. Freunde filigraner Feingeistigkeit wird dieses donnernde Heavyrockwerk sicherlich abschrecken, aber Doom als vom weißen Mann westeuropäischer Abstammung initiierte Fortsetzung klassischer Bluesrockmuster hat eben seine Wurzeln in den Arbeitersiedlungen von Städten wie Birmingham und lebt von Gefühl anstatt von purem Schönklang. Grobschlächtig mag es sein, aber sympathisch und ehrlich ist es immer.

PURPLE HILL WITCH leben auch vom Gefühl. Ihre Musik ist an sich ein Nachvollziehen dessen, was ihre Helden bereits vor 30 bis 45 Jahren erschaffen haben. Die Gesangsmelodien sind bewusst schlicht, aber betörend und hypnotisch gehalten, die Songs leben von der Wucht der Gitarren und dem Groove. Aber wenn Du Dir als Fan dieses Album anhörst und sicherlich erkennst, dass PURPLE HILL WITCH sich beim Anblick von Innovationen rasch auf die andere Strassenseite begeben, wo die Mülltonnen zum Teil umgeworfen und die roten Backsteinwände der alten, leicht ramponierten Häuser beschmiert sind, hast Du es auch schon in Dich aufgenommen.

Ja, wirklich, das hier ist so urklassischer Doom, ich frage mich, ob ich mir dieses Album für teures Geld zulegen müsste. Übersongs kann ich nicht ausmachen. Gesangslinien, die man auf alten BLACK SABBATH, WITCHFINDER GENERAL und COUNT RAVEN (also frühe 70er, frühe 80er und frühe 90er) bereits gehört zu haben meint dagegen schon. Der Sänger könnte Chritus (LORD VICAR, GOATESS, ex COUNT RAVEN, ex SAINT VITUS) sein. Oder Zeeb Parkes von WITCHFINDER GENERAL. Aber er singt beseelt, voller Leidenschaft und mit großen Gefühlen und so zelebrieren seine Boyzz auch diese Messe brodelnder Lavarockmusik. Der Sound ist machtvoll und das Spiel ist präzise, entspannt und ebenfalls sehr lustvoll. Fürwahr möchte ich behaupten, dass PURPLE HILL WITCH regelrecht sexy sind.

Wie bewerte ich solche Musik? Aus meiner persönlichen Liebhabersicht sicherlich mit 9 Punkten für den Spaß und die guten Gefühle, die die Musik in mir auslöst. Objektiv gesehen ist die Performance den Songs überlegen, macht Abzüge in der B Note. Ich meine, ich habe genügend Doomalben und genügend Stonerrock gehört in den letzten Jahren und hab v iel davon zuhause. Macht es wirklich sinn? Mich ergreift die Musik, aber ich bin ein Die Hard, was klassischen Hardrock, Doom und Stoner angeht. 7 Punkte sind aber locker drin, weil die Scheibe echt Spaß macht. Wer noch nicht zuviel von solcher Musik sein Eigen nennt, der möge sich hieran laben. So wie ich.

Tracklist:

01. Queen of the Hill
02. Astral Booze
03. The Final Procession
04. Karmanjaka
05. The Landing
06. Aldebaranian Voyage (Into the Sun)
07. Purple Hill Witch

Zu dieser Rezension:

Autor:
SirLordDoom

Bewertung:
7 von 10 Punkten

Weiteres:

Label:
Church Within
Release:
27.06.2014

Gelesen:
3222 x

Artikel eingestellt:
21.10.2014