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KARMA TO BURN - Arch Stanton

KARMA TO BURN - Arch Stanton

Präzise Songs, zermalment schwere Riffs, schön kräftige Rhythmen, ein machtvoll pumpender, aus allen Rohren dampfender Bass, abwechslungsreiche Strukturen. Die Stonerhelden KARMA TO BURN haben wieder zugeschlagen, das neue Album heißt "Arch Stanton", besteht aus acht Songs, die allesamt nur Nummern als Titel tragen.

Das Spiel der Band ist hier sehr lustvoll, eruptiv, leidenschaftlich und drückt Entschlossenheit aus. Sie können sich zurücknehmen, nachdenklich stimmende, entspannter fließende Passagen ebenso überzeugend einbauen wie diese den Arsch bis zum Anschlag durchtretenden Streetrocknummern. Wenn sie eine Mischung aus beidem machen sind sie nahe dran an der ultimativen Ausdruckskraft. Auf dem gesamten Album allerdings gibt es weder brodelnde Gitarrensoli noch einen markanten Leadgesang. Und da ist der Knackpunkt.

Für die ultimative Wüstenrockabfahrt sind die Songs zu präzise ausgearbeitet, die Gitarren zu klar definiert und die Musik zu eindeutig eingefasst. Die Gitarre ist zwar verzerrt und vom Klang sehr natürlich heavy, wenn es darauf ankommt, aber selten, wie beim bluesigen Stonerboogie "Fifty-four", türmen sich ihre Laute wie eine mächtige Staubwolke eines herannahenden Sandsturms vor Dir auf und überwalzen Dich. Auch ist die Gitarre hier lediglich ein Teil des irgendwie auf Vervollkommnung wartenden Ganzen eingesetzt, nach wie vor würden ein wie besessen jaulender und heulender Sänger und eine kochendheiße Leadgitarre der Musik genau den notwendigen Schliff geben. KARMA TO BURN erreichen hier selten den Punkt, an dem der Hörer vollkommen hypnotisiert wird.

Für mich klingt dieses Album wie eine Übungs CD für den Sänger, worauf die Musik fast vollständig ist und nur noch Nuancen wie Soli und eben der Gesang aufgenommen werden müssen. Die Songs sind Rohfassungen, detaillierte Skizzen, sie sind gut und reißen mit, aber eben der letzte Schritt wird nicht gegangen. Es ist schön, einmal KARMA TO BURN anzuhören, man kann auch ultimativ Spaß hiermit haben, aber für eine Instrumentalband fehlt ihren Instrumenten der erzählierische Aspekt oder ihren Songs das extreme, die Sinne beugende und verändernde Element. So ist es Rotzrock neuerer Prägung, dem etwas fehlt. Mit Soli und Gesang wäre das hier 9 Punkte wert. Zwei zieh ich ab. Aber die Band hat ihre Die Hard Follower, entsprechend machen sie ja was richtig und live dürfte das hier eine Macht sein.

Tracklist:

01. Fifty Seven
02. Fifty Six
03. Fifty Three
04. Fifty Four
05. Fifty Five
06. Twenty Three
07. Fifty Eight
08. Fifty Nine

Zu dieser Rezension:

Autor:
SirLordDoom

Bewertung:
7 von 10 Punkten

Weiteres:

Label:
Faba Records
Band-Webseite:
www.k2burn.net
Release:
15.08.2014

Gelesen:
3097 x

Artikel eingestellt:
10.10.2014