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VORTEX - Remains

VORTEX - Remains

VORTEX haben jetzt ihre vierte Studioscheibe nach der Reunion vor ungefähr 15 Jahren auf den Tisch gelegt. Sie spielen Musik aus Spaß und Leidenschaft, haben es also nicht nötig, jedes Jahr mit neuem Kram anzukommen, sie lassen sich Zeit. Von den inzwischen reiferen Herren, Gitarrist Martjo und Sänger Jurjen sind noch Urgesteine und könnten getrost die Väter vieler aktueller Heavy Metal Recken sein, ist nun natürlich genau das zu erwarten, wofür VORTEX auch vor 30 und mehr Jahren schon standen. Grundsolider Heavy Metal, der rein kompositorisch und stilistisch zwar sämtliche Dogmen des Genres bedient, aber durch den originell verqueren Gesang von meister Jurjen, der röhrt, meckert und grollt, zwischendrin mit etwas tieferer, dabei aber recht heller Stimme singt, immer ein markantes Gesicht hat. Und das Grundriffing, die Gitarrenläufe, auch sie sind typisch VORTEX.

VORTEX sind ursympathisch, VORTEX spielen mit dem richtigen Spirit die richtige Musik, haben ihre treibenden Songs, zu denen es sich herrlich die Rübe schütteln und live im Pit super abgehen lässt, haben ihre stampfenden Rocker und leicht verquer doomige Aspekte, welche die Atmosphäre verdichten und leicht abdunkeln. So wird ein jeder Fan der früheren VORTEX Platten und ein Liebhaber kauzigerer Heavy Metal Auswüchse, bei denen trotzdem die Nachvollziehbarkeit an vorderster Stelle steht und der Spaßfaktor beim Anhören hoch ist von diesem Album angesprochen und dazu genötigt, das monatliche Plattenkaufbudget hierfür einzusetzen.

Oder ist dem nicht so? Ich meine, es ist Heavy Metal, genau so wie ich ihn mag. Die Band spielt locker und kräftig auf, die Riffs, Beats und Bassläufe sitzen präzise und haben doch Schwung. Der Sound ist lebendig, transparent und räumlich. Irgendwie schaffen es VORTEX halt, auf dieser Scheibe wie 1985 zu klingen, was mich als Retrofan ja doch ansprechen sollte. Aber sie schleppen auch den über die Jahre angesammelten Mief mit, haben halt eine für 1985 wirklich gute, für 2014 freundlich an die alten Zeiten gemahnende Platte eingespielt und veröffentlicht, die natürlich den meisten Jungspunden im TRVE CVLT METAL die Hängeposition des "Hammer of the North" zeigt, aber auch ein wenig wehmütig daran denken lässt, dass der echte Heavy Metal nun eben fast museumsreif ist.

Die Scheibe wächst für eine Weile mit jedem Anhören ein Stück und sicherlich muss man auch Zeit investieren, an Jurjens verqueren, aber extrem coolen Gesang ranzukommen. Ich empfehle das Album den 80er HM Fundamentalisten ohne Abstriche und hab auch selbst meinen Spaß daran. Es ist aber auch eine Platte, die man sich holen kann, sein erdiges, freundliches und kumpelhaftes Stück Musik. Wer die alten Zeiten aufleben lassen will, der ist hier sicherlich richtig. Wenn sie nun noch eine alles umwerfende Überhymne schreiben würden...vielleicht in vier Jahren beim nächsten Album. 8 Punkte, weil es gut, schön verquer und ein potentieller Grower ist.

Tracklist:

01. Feverish Eyes
02. Babylon Flashback
03. Nightliner
04. Marduk
05. Brainbugs
06. Remains
07. Eat Your Heart Out
08. What Are You Anyway
09. The Fightin' Flower
10. Windows Crashin' Bats

Zu dieser Rezension:

Autor:
SirLordDoom

Bewertung:
8 von 10 Punkten

Weiteres:

Label:
Mighty Monster Records
Release:
26.09.2014

Gelesen:
3331 x

Artikel eingestellt:
10.10.2014