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BONGRIPPER - Miserable

BONGRIPPER - Miserable

BONGRIPPER aus Chicago haben es nicht so mit dem Gesang. Es ist inzwischen das siebte Album und sie sind sich darüber nach wie vor einig, dass eine menschliche Stimme das Gefüge aus dröhnenden Gitarren und einem wuchtig brummenden Bass auf einem träge dahinschleppenden, monotonen Rhythmus, welches von Stück zu Stück nicht wirklich variiert, seiner halluzinogenen Wirkung berauben könnte.

Mit "Endless", "Descent" und "Into ruin" gibt es wieder einmal drei brodelnde Klangkaskaden, die sich allerdings langsam und machtvoll in einen tosenden Irrsinn hinein entwickeln und sogar leichte Ansätze von Abwechslung zeigen. So blitzen kurz Akkordvariationen nach Art einer Melodie auf oder die Gitarre erzeugt singende Töne, die in ihrer Höhe ein wenig verändert werden und wiederum minimale Harmonien ergeben. Dabei fällt auf, dass bei aller Wucht und Lautstärke das Spiel der Musiker sehr präzise ist und somit die erzeugten Klangwelten auch auf Substanz basieren.

BONGRIPPER können sich auch zurücknehmen, was im anfangs kraftvoll walzenden Lavastrom "Into ruin" mit seinen fast 29 Minuten Spielzeit gut hörbar wird und dem Mittelteil des Sandwurmsongs einen Ausdruck von postrockiger Melancholie verpasst. Fehlt mir der Gesang bei diesen Songs? Eher nicht. Ich persönlich bin Sänger und liebe menschliche Stimmen, aber diese Songs sind schlüssig in sich, die Atmosphäre ist unglaublich dicht und die Musiker erzeugen eine trance artige Atmosphäre, bei der man als Zuhörer den Geist, die Gedanken, das Ego vollkommen ausschaltet. Eine texte rezitierende Gesangsstimme würde diese Atmosphäre wahrlich zunichte machen.

Bei ELECTRIC WIZARD oder WINDHAND klappt zwar auch die Kombination aus alles zermalmender Riffurgewalt, bleischwerer Stapfrhythmik und beschwörendem Gesang, aber BONGRIPPER haben es nicht nötig. Sie sind vollkommen in ihrem Tun. Ob man das nun über sieben Studioalben, ein Livealbum und eine EP hinweg haben muss ist eine andere Sache. Ich liebe aber auch die deutschen Spacejamrocker ELECTRIC MOON und ihre vielen Ableger, bei denen auch gerne alles irgendwie gleich klingt. Hier ist es nicht der Song an sich, der die Musik macht, hier ist es der Geist der Aufnahme, wenn ich das so ausdrücken darf.

Wer seinen DOOM wirklich reduziert aufs Nötigste und überschwer mag, der ist hier genau richtig. Bongs raus, Kraut rein und gebt Feuer!!!!! MONOLITHISCH!!!!!

Tracklist:

01. Endless
02. Descent
03. Into Ruin

Zu dieser Rezension:

Autor:
SirLordDoom

Bewertung:
8,5 von 10 Punkten

Weiteres:

Label:
The Great Barrier Records
Band-Webseite:
https://www.facebook.com/pages/BONGRIPPER/283936697383
Release:
07.07.2014

Gelesen:
6047 x

Artikel eingestellt:
06.10.2014