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SVARTBY - Elemental Tales

SVARTBY - Elemental Tales

Eine russische Band, die normalerweise auf schwedisch singt, veröffentlicht ihr erstes Album komplett in Englisch. Und als wäre dies nicht schon Schwierigkeit genug, feuert die Band nicht nur im Vorfeld den Drummer, sondern kurz vor den Aufnahmen auch noch den Basser und Sänger. Für die Studioarbeit an „Elemental Tales“ fanden „Giftsvamp“ (Keys) sowie „Humla“ und „Lindwurm“ (Gitarre) dann jedoch jede Menge kompetente Unterstützung: Neben Ivan 'RJoker' Kashirin (FANGORN/HUNTDUST) am Schlagzeug sind auf der neuen Scheibe Stas 'Owl' Saveliev (LESHAK) am Bass und UNDEON-Vocalist Pavel 'Sartre' Kozhuhovsky zu hören.

Herausgekommen ist ein, soviel sei vorweg genommen, wirklich gutes Album, das man wohl nur im weitesten Sinne als Folkmetal bezeichnen kann. „Wir benutzen orchestrale Synthi-Klänge, die vielleicht manchmal „folkig“ klingen, aber eigentlich spielen wir einen brutalen, lebendigen und fröhlichen Metal-Soundtrack zu einem bösen Märchen“, so die Band, die ihren Stil selbst als „SVARTCore“ bezeichnet. Ich würde die Bezeichnung Fantasy-Blackmetal vorziehen, aber über die Aufkleber auf Schubladen lässt sich ja bekanntlich trefflich streiten.

In jedem Fall hat der Sound von SVARTBY mit Folkmusik tatsächlich recht wenig gemein. Stattdessen gibts nach dem Intro „Impby“ schon mit dem ersten wirklichen Song „Scum from Underwater“ gehörig auf die Ohren: Schnelles, hartes Riffing und präzise Drums, gepaart mit dem genre-üblichen Growls, laden zum Kopfschütteln ein. Obwohl meist das Keyboard die Funktion des Melodieführers übernimmt, steht es dennoch nicht über gebühr im Vordergrund, sondern geht vielmehr eine hervorragend funktionierende Symbiose mit dem dem harten Gitarren-Background ein. Der höhere Härtegrad und die fehlende, echte Folkkomponente unterscheiden die Band auch deutlich von ihren St. Petersburger Kollegen TROLL BENDS FIR.

Textlich dreht sich bei SVARTBY alles um eine selbstkreierte Fantasywelt, in der das kleine Volk der Kobolde die Hauptrolle spielt. Hier will man sich bewußt ein wenig von den nordischen Kollegen absetzen: „Es gibt genug Bands, die sich dem Troll-Thema verschreiben, deshalb erfinden wir lieber unsere eigene Welt und unsere eigenen Kreaturen.“ Vor allem zu den Kollegen von FINNTROLL besteht dabei aber durchaus zumindest eine musikalische Vergleichbarkeit. Wie der Name bereits andeutet, handelt das neue Album von den Elementen, deren es in der Weltsicht der Band ganze sechs gibt: Erde, Luft, Feuer, Wasser, Holz und Pilze – ein Schelm (Kobold?) wer böses dabei denkt... Diese psychedelische Fantasywelt ist auch im Coverartwork und im Booklet wunderbar farbenfroh umgesetzt – die kleinen fiesen Kobolde sind wirklich absolut liebenswert gezeichnet und mehr als eine Werbung für die verantwortlichen Künstler Tatyana „Siriliya“ Stasenkova und Alexey „Wazzup“ Natyokin.

Überhaupt macht das Album der Russen eine ganze Menge Spass, und das liegt sicher auch in der Absicht der Band. Musikalische Höhenflüge oder Genialität darf man freilich nicht erwarten, dafür aber solide, überzeugende Kost, die immer mit einem gewissen Augenzwinkern serviert wird. So ist es auch lediglich die mit knapp über 30 Minuten doch recht kurze Gesamtspielzeit, die mich daran hindert hier noch einen Punkt mehr zu geben.

 

Tracklist:

1. Impby
2. Scum From Underwater
3. Boulder Massacration
4. Sleepy Devils
5. Mushroom Rings
6. Done With The Wind
7. Ash And Dust
8. Flaming Balls
9. Morning Wood
10. Elemental Tales
11. Imp Slam

Zu dieser Rezension:

Autor:
redbeard

Bewertung:
8 von 10 Punkten

Weiteres:

Label:
Trollzorn Records
Band-Webseite:
www.svartby.com
Release:
17.02.2012

Gelesen:
536 x

Artikel eingestellt:
17.02.2012