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METSATÖLL - Ulg

METSATÖLL - Ulg

Mit „Ulg”, das man etwa als „Das Heulen” oder „Der Schrei“ übersetzen kann, legt das estnische Quartett METSATÖLL bereits sein sechstes Studioalbum vor. Der Bandname selbst ist ein altes estnisches Wort für „Wolf“. Gegründet wurde die Formation bereits im Jahr 1999, seit 2004 spielt sie in der aktuellen Besetzung (Markus – Vocals, Gitarre; Lauri – Dudelsack, Flöten, Mundharmonika, Akustikgitarre, Gesang; Raivo – Bass, Geschrei; Atso – Schlagzeug, Gesang).

Erinnert das Harfenspiel des Intros „Agu“ noch ein wenig an einen bayrischen Heimatabend, so wird spätestens mit dem Beginn des ersten eigentlichen Stücks „Sõjasüda“ schnell klar, daß es sich hier keineswegs um die Pflege bajuwarischen Volksmusikguts handelt, sondern man ganz schön was auf die Ohren bekommt. Was die Verständlichkeit des Gesangs angeht, die Esten mögen mir den scherzhaften Vergleich mit dem süddeutschen Waldmenschenidiom verzeihen, kommt es allerdings beinahe aufs selbe heraus, denn METSATÖLL singen in ihrer Heimatsprache.

Nach der etwas seltsamen Eröffnung und dem recht metallischen zweiten Track geht es mit „Küü“ und „Muhu õud“ dann zwar nicht weniger hart, aber mit Dudelsack und Flötenklängen dafür ein wenig folkiger zur Sache. Trotz dieser instrumentellen Bereicherung bleibt das Grundgerüst der Songs aus schnellem, monotonem Riffing und ebensolchem Double Bass – Geknüppel immer das gleiche, und so zeigten sich bei mir spätestens nach dem fünften Stück „Kivine maa“ Ermüdungserscheinungen. Ein klein wenig Abwechslung würde gut tun, denkt man sich, und siehe da – nicht nur kommt der nächste Titel „Rabakannel“ einmal wesentlich doomiger daher als alles zuvor gehörte, mit dem anschließenden , leider nur sehr kurzen, „ Isata“ präsentieren METSATÖLL eine akustische Instrumentalballade. „Kahjakaldad” steuert das Schiff dann aber wieder zurück in das bereits aus dem ersten Teil des Albums bekannte Fahrwasser, das die Band auch bis fast zum Schluß nicht mehr wirklich verlässt. Lediglich der letzte Tack „Ehu“, eine schwermütige, rein akustisch vorgetragene Mittelalterballade hebt sich noch einmal positiv vom sonstigen Einerlei ab.

Fazit: „Ulg“ hat durchaus schöne Momente, aber so wirklich gezündet hat das Album der Esten bei mir in keinem Moment. Daran vermag auch der durch die fremde Sprache teils archaisch anmutende Gesang nichts zu ändern. Zu einfallslos und monoton sind die Songs, so daß sich, zumindest bei mir, schnell ein musikalisches Sättigungsgefühl einstellt. Nähme man der Band gar noch die Folkinstrumente (Dudelsack, Flöte) weg, bliebe nur unterer metallischer Durchschnitt. So reichts zumindest fürs halbwegs gehobene Mittelfeld.

Anspieltipps: „Küü“, „Isata“, „Ehu“

 

Tracklist:

1. Agu (Daybreak)
2. Sõjasüda (Warheart)
3. Küü (Serpent)
4. Muhu õud (Muhu Dread)
5. Kivine maa (Land full of Stones)
6. Rabakannel (Bog-Harp)
7. Isata (Fatherless)
8. Kahjakaldad (Sacrificial Shores)
9. Tormilind (Shearwater)
10. Ulg (The Howl)
11. Eha (Dusk)

Zu dieser Rezension:

Autor:
redbeard

Bewertung:
6 von 10 Punkten

Weiteres:

Label:
Spinefarm Records
Band-Webseite:
www.metsatoll.ee
Release:
11.11.2011

Gelesen:
303 x

Artikel eingestellt:
08.02.2012