Das nunmehr vierte Albums der Thüringer FIMBULVET liegt vor und verlangt eine Besprechung. Es kommt mit einem Infozettel, der in Riesenlettern "neue Techniken - neuer Sound - neues Genre - den Wurzeln treu" ankündigt, oder auch androht, je nachdem von welcher Warte aus man das Ganze betrachtet. Brauchen wir wirklich noch eine Pagan-Power-Metal Band?
Nun, für den Schnulzen-Power Metaller ist das immer noch zu unverdaulich, zumindest ein paar der Songs, während andere mit Anlauf und Kopfsprung mitten hinein ins Kitsch-Fettnäpchen springen. Zum besonderen Kitschfaktor geraten diese pseudo-heroischen Klargesänge, unter denen fast brachiales Riffing einen ebenso pseudo-bösen Touch generieren will. Dieser Kontrast macht das kitschige Gesinge nicht erträglicher, im Gegenteil betont es diesen zum Nachteil seiner selbst.
Man kann schwerlich behaupten, FIMBULVET könnten nicht Metal, sie beherrschen ihre Instrumente, Songwriting an sich funktioniert auch, man kann singen. Das Problem ist eher, was man daraus macht. Fröhlich wird zusammengemixt, was nicht zusammen gehört, da gibt's ALESTORM Piraten Kitsch, dann wieder AMON AMARTH Groove-Death, hyperkitschigen Heroengesang, Schwarzmetall-Gekeife und Death-Gegrowle, alles in ein und demselben Song, der dann zur Krönung auch noch mit überflüssigem Sologewichse garniert wird ("Schildes Schatten" zum Beispiel, aber eigentlich leiden fast alle Song an dieser Überladung). Das würde nicht nur für mehrere Songs reichen, sondern den meisten auch für mehrere Bands mit anderem Anspruch und Ziel.
Mir persönlich ist das zu viel durcheinander, zumal einer der Kritikpunkte einfach auch bleibt, dass es nicht verschmilzt. Obwohl die Übergänge nicht ungedingt schlecht gelungen sind, wie gesagt, handwerklich kann man ihnen kaum an die Karre fahren, so bleiben die Bestandteile doch nur aneinandergereiht, ohne dass eine Einheit entstehen würde. Manchmal ist weniger eben mehr, und nur weil man es kann, muss man auch nicht alles machen. Genau das haben sich FIMBULVET aber anscheinend in den Kopf gesetzt. Ich kann hiermit jedenfalls nix anfangen, zu chaotisch, zu durcheinander, der Sound zu steril, zu wenig Konsistenz und Linie, zu viel Kitsch.
Tracklist:
01. Intro
Autor:
Velvet
Bewertung:
6 von 10 Punkten
Weiteres:
Label:
Nocturnal Empire
Band-Webseite:
www.fimbulvet.com
Release:
21.10.2011
Gelesen:
231 x
Artikel eingestellt:
07.02.2012