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FATUM ELISUM - Homo Nihilis

FATUM ELISUM - Homo Nihilis

Aus Frankreich kommen FATUM ELISUM, die 2007 gegründet wurden und seither ein selbstbetiteltes Demo, ebenfalls auf Aesthetic Death, in 2008 veröffentlichten, das mir jedoch unbekannt ist. Die Band fährt deutlich im Fahrwasser von alten PARADISE LOST, CATHEDRAL und MY DYING BRIDE, PANTHEIST dürfte den Franzosen auch nicht unbekannt sein, wobei CATHEDRAL eindeutig der Schwerpunkt ist, und schwer ist auch "Homo Nihilis". Tonnenschwere Riffs wälzen sich zähflüssig und widerspenstig durch leicht verzerrt schrammelnde Klanglandschaften. Zu zähflüssig, muss man da auch sagen, und die oftmals in PANTHEIST Gefilde abdriftenden Vocals wollen auch nicht wirklich zu einem fliessenden Eindruck beitragen, sondern sind ebenso sperrig wie das Riffing, die Drums, zwischen denen man den sprichwörtlichen Kaffee kochen gehen kann und die überaus düstere Stimmung.

Es ist vielleicht das, was die Hoffnung erlaubt, dass hier schon eine Doomgrösse heranwachsen mag. Denn trotz aller songwriterischen Mängel, die man anbringen kann, gelingt es ihnen doch, eine extrem runterziehende Düsternis zu kreieren. Diese jedoch zieht viel aus der Überlänge der einzelnen Songs, die vorwiegend auf repetitativen Strukturen aufbaut und den Hörer so dem Eindruck von Ausweglosigkeit aussetzt, ohne aber wirklich zwingend zu werden. Vor allem die immer wieder zu elegisch, zu predigend und hell werdenden Vocals sind Störfaktoren, ebenso wie die manchmal aufgesetzt wirkenden Interludien, die sich minutenlang in einzelnen Tönen ergehen, ohne wirklich zusammen gehören zu wollen. Da wird viel gewollt, die Ideen sind durchaus nachvollziehbar, aber es fehlt dieses letzte Quentchen doomiges Handwerkszeug, um aus "Homo Nihilis" einen Hoffnung zerschmetternden Doomhammer zu machen, der die Welt in Dunkelheit zu stürzen vermag.

Diese Kritik muss man sich gefallen lassen, wenn man sich nicht mit weniger als 15 Minuten pro Song zufrieden gibt. Es gibt zu oft Längen, die es nicht schaffen, Spannung zu halten, oder welche aufzubauen, und an deren Ende dann auch gerne mal eine Passage kommt, wie in "The Twilight Prophet", die dann einfach überhaupt nicht an das anschliesst, was vor der Einzel-Ton-Phase begonnen wurde. Obwohl das wiederum in sich genommen gar nicht schlecht ist, aber es macht schlicht genau null Sinn im Kontext der ersten 10 Minuten des Songs. Da wurde das Diktat der Abwechslung wohl zu weit getrieben. Eine Kritik, die man auch den Vocals angedeihen lassen könnte. Diese bedienen sich recht schamlos bei allen oben genannten Vorbildern (wie bei PANTHEIST wurden die Vocals offenbar in einer Kirche aufgenommen, behauptet das Booklet, hören tut man das nicht, aber es erklärt wohl das oftmals triefende Pathos), wodurch es zwar nicht eintönig wird, aber leider auch jede Konsistenz verliert. Hier sollte man sich doch lieber auf ein paar wenige Tonlagen beschränken, in denen man dann stimmlich auch wirklich zu Hause ist, als auf Teufel komm raus zu versuchen, alles unterzubringen, was man gerne bei anderen hört.

Allem Gemecker zum Trotz dürfen Freunde des gepflegten Dooms durchaus mal ein Ohr riskieren und diese Band im Auge behalten. Es fehlt wie gesagt eher an songwriterischem Handwerkszeug, so lange Songs zwingend zu gestalten, und vielleicht auch dem Mut, seine einmal begonnene Idee wirklich zu Ende zu denken und konsequent durchzuziehen, als an grundsätzlichem Talent und Kreativität. Trotzdem ist es ihnen gelungen, ein hörbares, und stellenweise sogar gutes Album zu machen, das ordentlich düster und deprimierend ist, auch wenn es noch an keinem Thron der Doom-Olymp-Götter zu wackeln vermag.

Tracklist:

01. Pulvis Et Umbra 01:05
02. The Pursuit of Sadness 15:54
03. The Twilight Prophet 21:05
04. Homo Nihilis 15:49
05. East of Eden 18:07

Zu dieser Rezension:

Autor:
Velvet

Bewertung:
6,5 von 10 Punkten

Weiteres:

Label:
Aesthetic Death
Release:
28.10.2011

Gelesen:
183 x

Artikel eingestellt:
15.01.2012