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VARIOUS ARTISTS - Kingdom Of Glory Vol. 1

VARIOUS ARTISTS - Kingdom Of Glory Vol. 1
Mit „Kingdom Of Glory“ starten Enclave Productions eine neue Underground-Samplerreihe, die es sich zur Aufgabe gemacht hat, auf dem gesamten Globus Ausschau nach neuen, interessanten Acts zu halten. So trifft man auf dem ersten Release dieser Art auf Spießgesellen aus Japan, Schweden, Frankreich, Belgien, Luxemburg und Deutschland.

Den Anfang machen dabei Arcania, die auch zugleich den Höhepunkt des Albums bilden. Der Song begeistert durch eine gute Mischung aus den allmächtigen Warlord und typischen European Power Metal-Elementen, die in einen starken Chorus münden.

Ram hingegen schlagen sehr traditionelle Töne an und machen keinen Hehl aus ihrer Vorliebe für die Achtziger. Der metallische Underground hat die Band streckenweise bereits durch einige gelungene Gigs in ihr Herz geschlossen.

Toxic Virgin hingegen kombinieren Folk-Mucke mit an Running Wild angelegten Riffs, was derzeit durchaus auf offene Ohren in der Szene stoßen könnte.

Deutlich schwächer ausgefallen ist der Beitrag von Edge Of Thorns, die zwar grundsätzlich floten Metal spielen, diesen aber mit überflüssigen Gothic-getränkten Keyboards verwässern. Dieses Quintett hätte sich besser auf die reine Gitarrenpower konzentriert, denn der Refrain ist eigentlich recht gelungen.

Regelrecht besinnlich präsentieren sich Xing zu Beginn von „If You Wanna Cry/Warning“. Diese deutsche Truppe liebäugelt eindeutig mit der Progressive Rock-Szene, vernachlässigt aber auch die 70’s Richtung Deep Purple nicht in ihrer Musik.

Die Schweden von Skybreaker spielen relativ belanglosen Heavy Rock, der ebenfalls mehr als deutliche 80er-Roots beinhaltet. Leider machen auch Pseudonyme wie Vince Star oder Glen Hardcore die Musik nicht unbedingt besser.

Heartscore sind eigentlich ein 1-Mann-Projekt, das sich mit abgespactem, progressivem 70’s Rock verbunden fühlt. Irgendwie geht das aber so gar nicht an mich … dürfte allerdings unter Drogeneinfluss deutlich besser kommen.

Dass selbst in kleinen Luxemburg Stahl geschmiedet wird, verdeutlichen Thousand Lakes. Ihr Song „Children“ scheint ebenfalls aus dem reichhaltigen Fundus der 80er zu stammen und Sänger Willems Rony versucht auch ein paar extravagante Screams im Song unterzubringen. Das Ganze bedarf allerdings noch etwas der Entwicklung.

Dawn Of Silence locken mit ihrem durchschnittlichen Metal (ebenfalls mit 80er-Prägung) keinen wirklich hinterm Ofen hervor.

Die Japaner Shinjuku Cactus dürfen mit „Burnin’ Me Away“ und „Drivin’ Soul“ gleich zweimal ran. Das Bandinfo faselt zwar etwas von Dirty Rock ‚n’ Roll, aber Dirty ist das Ganze lediglich bezüglich dem Weg in die häusliche Mülltonne. Schlechter Gesang und uninspirierte Rocksongs braucht wirklich keiner.

Wesentlich interessanter klingen da schon Saintsbleed, die sich nur schwer charakterisieren lassen. Progressive Elemente sind ebenso präsent wie schwere Riffs, ungewöhnliche Gitarrenmelodien (Warlord) und verfremdete Vocals mit Gothic-Touch. Von diesem Quintett würde ich gerne mal mehr hören, um mir ein endgültiges Urteil bilden zu können.

Die zweiten japanischen Vertreter Seventh Son schneiden ungleich besser ab, als ihre asiatischen Kollegen und haben in ihre Musik einige klassische US-Metal-Passagen eingebaut. Sollte man mal im Hinterkopf behalten.

Deutlich thrashigere Gitarrenriffs nennen Hellixxir ihr Eigen, obwohl man gerade auch in gesanglichen Bereich viel Wert auf Melodie legt. Etwas strange, aber durchaus mit Potential.

7th Circle bedienen dann nochmals die Progressive Rock-Schiene und zwar nett, aber nicht wirklich zwingend. Erinnert gelegentlich an Threshold.

Wenn man seinen Samplerbeitrag schon „Last Song“ nennt, sollte man doch eigentlich auch am Ende des Albums stehen – oder? Egal, Screamatorium klingen wie eine Mischung der langweiligsten, tempogedrosselten Metallica-Songs und nicht gerade spektakulären Proberaumaufnahmen von Black Sabbath. Kann ich leider so gar nichts mit anfangen.

Traditioneller Hard Rock aus deutschen Landen bildet der Abschluss der CD. Ratpack machen ihre Sache nett und wandeln dabei auf den Spuren von Bands wie Gotthard und haben einen durchaus starken Chorus am Start.

Fazit: Licht und Schatten wechseln sich in schöner Regelmäßigkeit ab. Für Undergroundfreaks mit Hang zum Traditionellen sicherlich nicht uninteressant. Erhältlich ist das Ganze unter www.enclave-records.20megsfree.com

Tracklist:

1. Arcania – Silent Scream (Schweden)
2. Ram – Influriator (Schweden)
3. Toxic Virign – The Clown (Deutschland)
4. Edge Of Thorns – Riders Of The Storm (Deutschland)
5. Xing – If You Wanna Cry / Warning (Deutschland)
6. Skybreaker – Reach For The Stars (Schweden)
7. Heartscore – Aunt Sue’s Stories (Deutschland)
8. Thousand Lakes – Children (Luxemburg)
9. Dawn Of Silence – Seeker Of Truth (Schweden)
10. Shinjuku Cactus – Burnin’ Me Away (Japan)
11. Shinjuku Cactus – Drivin’ Soul (Japan)
12. Saintbleed – Inhabitants From Earth (Deutschland)
13. Seventh Son – Blind Wind Blows (Japan)
14. Hellixxir – The Hunter Of Thunders (Frankreich)
15. 7th Circle – Unsummon (Belgien)
16. Screamatorium – Last Song (Deutschland)
17. Ratpack – Free (Luxemburg)


Zu dieser Rezension:

Autor:
Hansy

Bewertung:
6 von 10 Punkten

Weiteres:

Label:
Enclave Productions

Gelesen:
1744 x

Artikel eingestellt:
01.11.2005