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Die Elfen (Hörspiel), Folge 7 "Die Bibliothek von Iskendria"

Die Elfen (Hörspiel), Folge 7 "Die Bibliothek von Iskendria"

Um den Angriff der Trolle abzuwehren, hat die Elfenkönigin Emerelle das Undenkbare gewagt und einen der goldenen Pfade zerstört, die die Welt der Menschen mit Albenmark verbinden. Ein kleiner Riss wird zum Einfallstor für die unheimlichen Geister der Yingiz, die Albenmark bedrohen! Zur Rettung schickt Emerelle den Schwertmeister Ollowain und die Koboldin Ganda in die Bibliothek von Iskendria – ohne zu ahnen, dass dort ein viel gefährlicherer Gegner als die Yingiz lauert...

Die geheimnisvolle Bibliothek, die den Schauplatz der neuen „Elfen“-Hörspielepisode bildet, erinnert nicht von ungefähr an die antike Bibliothek von Alexandria, hat der Autor doch hier einfach den arabischen Namen der ägyptischen Stadt (لإسكندرية‎ - al-Iskandariyya) für seine Welt Albenmark sozusagen „ausgeliehen“. Im Gegensatz zu dem doch ein wenig platten Büchner-Zitat aus der letzten Folge („Friede den Höhlen...“) funktioniert die Anleihe aus der Geschichte hier besser. Ortsnamen aus der realen Welt in eine fiktive Umgebung zu übertragen ist ja schon bei J.R.R. Tolkien gängige Praxis gewesen, da muss man nur mal „Herr der Ringe“ - lesend durch manchen südenglischen Landstrich fahren. Insofern wäre es unfair, Bernhard Hennen hier mangelnde Kreativität vorzuwerfen. Die Querverbindung in die Realität gibt hier dem Leser oder Hörer einfach eine weitere Dimension und unterstützt die Vorstellung vom Stellenwert dieser einzigartigen, nur durch magische Pfade ereichbaren Bibliothek, in der das Gedächtnis und das Wissen einer ganzen Welt aufbewahrt wird.

Die Geschichte präsentiert sich fast vollständig als One-Woman-, verzeihung, ich meine natürlich One-Kobold-Show, denn Lutin Ganda ist nicht nur Hauptperson der Geschehnisse, sondern fungiert auch als Erzählerin. Damit liegt die Hauptlast, die Geschichte glaubwürdig rüberzubringen, natürlich auf Sprecherin Laura Maire, die dem Ganzen nicht nur gewachsen ist, sondern mit ihrer angenehmen Stimme und ihrer hintergründig-ironischen Interpretation des Charakters das neue Abenteuer aus Hennens „Elfen“-Welt zu einem ausgesprochenen Hörvergnügen macht.

In dieser Folge begegnet der Hörer aber auch zahlreichen neuen Charakteren und damit natürlich auch neuen Sprechern, die mit ihren Stimmen die Welt Albenmarks lebendig werden lassen. Darunter befinden sich auch diesmal wieder ein paar veritable Hochkaräter:

Klaus Sonnenscheins (Meister Reilif) Stimme etwa dürfte hierzulande zu den bekanntesten überhaupt gehören. Nicht nur ist er Standardstimme von Morgan Freeman, John Goodman, Danny DeVito und Bob Hoskins, er synchronisierte unter anderem auch William „James T. Kirk“ Shatner in den ersten drei Star Trek – Kinofilmen und Sir Christopher Lee als Count Dooku in Star Wars Episode I-III. Christian Stark (Galawayn) synchronisierte unter anderem bereits Alexis Denisof, Michael Buie oder Myles Pollard und ist in unzähligen Hörspielserien zu hören. Die Stimme von Sonja Stein (Obilee) kennt man aus der Fernseh- und Hörspielserie „H2O – Plötzlich Meerjungfrau“ sowie von den drei !!!“. Stefan Staudinger, der hier die wenig dankbare Rolle eines namenlosen Fettsacks innehat, ist als Synchronstimme von Will Ferrell im Ohr, mehr oder weniger legendär ist jedoch als Robert „Holodoc“ Picardo aus StarTrek:Voyager.
Den Kobold Qualbam spricht niemand anderes als Santiago „Spongebob“ Ziesmer, dessen charakteristisches Organ man natürlich auch als Standardstimme von Steve Buscemi sowie aus unzähligen anderen Synchron- und Hörspielzusammenhängen kennt. Nele Mueller-Stöfen (Valynwyn) kennt man als Schauspielerin aus diversen deutschen Kino-und Fernsehproduktionen, im Hörspielsektor trat sie bislang kaum in Erscheinung, ähnliches gilt für ihren Kollegen Rüdiger Kuhlbrodt (Kleos). Bernd Stephan (Chrion) schließlich synchronisierte unter anderem schon Bruce Dern, Brian Cox und Dean Stockwell, Monty Python Fans kennen ihn als deutsche Stimme von John Cleese in der „Flying Circus“ - Serie.

Doch nicht nur die gewohnt hervorragenden Sprecher überzeugen, die neueste Hörspielfolge des „Elfen“-Epos punktet auch wieder durch das gute Skript und damit die gelungene Umsetzung der literarischen Vorlage in ein ansprechendes Hörerlebnis. Damit kann ich auch diese Folge bedenkenlos sowohl Kennern der Bücher, als auch denjenigen empfehlen, die erst durch die Hörspiele den Weg nach Albenmark gefunden haben.



Weitere Infos:

Gesamtspielzeit: ca. 64 Minuten
Altersempfehlung ab 12 Jahren

Sprecher:

Elfen:
Meister Alvias (Erzähler): Helmut Zierl
Ollowain: Bernd Rumpf
Galawayn: Christian Stark
Meister Reilif: Klaus Sonnenschein
Emerelle: Daniela Hoffmann
Obilee: Sonja Stein
Valynwyn: Nele Mueller-Stöfen
Menschen:
Kapitän: Uli Krohm
Fettsack: Stefan Staudinger
Trolle
Skanga: Luise Lunow
Birga: Simona Pahl
Kobolde:
Ganda: Laura Maire
Qualbam: Santiago Ziesmer
Minotauren:
Kleos: Rüdiger Kuhlbrodt
Kentauren:
Chrion: Bernd Stephan
Weitere Bewohner von Albenmark:
Oliver Böttcher, Achim Buch, Linda Fölster, Janis Grossmann, Jürgen Holdorf, Torsten Michaelis, Achim Schülke sowie der ehrenamtliche 15-köpfige Trollchor unter Regie von Sebastian Breidbach

Credits:
Ein Fantasy-Hörspiel von Dennis Ehrhardt nach Elfen-Romanen von Bernhard Hennen
Skript, Regie und Produktion: Dennis Ehrhardt
Aufnahmen: Alexander Rieß, CSC Studio, Hamburg
Dennis Ehrhardt im Studio Konterfei, Berlin
Peter Dennhöfer, Studio Süd, Köln
Schnitt & Sounddesign & Mischung: ear2brain productions
Musik: Andreas Meyer
Illustrationen: Helge C. Balzer (Titel), Sandobal
Layout: Sebastian Hopf
Product Management: dp

Zu dieser Rezension:

Autor:
redbeard

Weiteres:

Verlag:
Universal Music Family Entertainment / Folgenreich

Gelesen:
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Artikel eingestellt:
21.08.2013