Dorian Hunter hat im Haus der Werwölfin Jennifer Jennings in London den vorletzten seiner dämonischen Brüder zur Strecke gebracht. Bleibt nur noch der Vampir Frederic de Buer, der rechtzeitig fliehen konnte. Hunter folgt de Buer ohne Absprache mit dem Secret Service zum Bahnhof St. Pancras, wo der Dämon den Eurostar nach Paris nimmt. Hunter springt im letzten Moment auf das Dach des Zuges - und erlebt eine Fahrt ohne Wiederkehr ...
Die neueste Episode um den Dämonenkiller und seine inzwischen doch beträchtlich geschrumpfte Verwandtschaft hinterlässt bei mir zwiespältige Eindrücke. Zum einen gibt es, vor allem an Anfang, recht langatmige Dialoge und es dauert eine ganze Weile bis die Sache in Schwung kommt. Andererseits, sobald der Zug (im wahrsten Sinn des Wortes) erstmal so richtig rollt, macht die Folge zeitweise richtig Spaß. Vor allem die erneut zutage tretende Hilflosigkeit des Chief, der einmal mehr einem Alleingang Hunters ohnmächtig gegenübersteht und wieder und wieder von diesem genarrt wird, sorgt für das nötige Augenzwinkern.
Gleiches gilt für das „französische“ Element in der Geschichte. Daß dieses nicht zu überzogen und lächerlich wirkt, ist in erster Linie der hervorragenden Besetzung zu verdanken. Denn wie man es vom Label Folgenreich gewohnt ist (dem man übrigens auch in diesem Jahr zu diversen Auszeichnungen beim Ohrkanus Hörspielaward gratulieren kann), wartet auch diese Folge wieder mit einigen nennenswerten Gastsprechern auf:
So langsam zum Stammpersonal bei Dorian Hunter avanciert Oliver Kalkofe, der diesmal mit herrlich französichem Accent den Journalisten Armand Melville verkörpert (Verzeihung: verstimmlicht), ohne den Dorian Hunter im Eurotunnel mehrmals aufgeschmissen wäre. Und es sei nicht zuviel verraten, daß Herr Kalkofe alias Monsieur Melville auch in der nächsten Folge des Dämonenkillers mit von der Partie sein wird.
Helmut Winkelmann, der ebenfalls mit Akzent überzeugend den Commissaire gibt, dürfte älteren Hörspielfans als „Geisterjäger John Sinclair“ noch wohl vertraut sein und auch Annabelle Krieg, die die Mutter der kleinen Lilli Martha spricht, ist durch diverse Synchronrollen in Kino und TV (u.a. Dr. House, Asterix und die Wikinger) aber auch durch zahlreiche Hörspielauftritte (TKKG, Fünf Freunde, Sacred, Professor Zamorra) bekannt.
Ein schwarzhumoriger Höhepunkt ist auch der Endkampf Hunters mit seinem letzten verbliebenen Bruder, dem er in wunderbar zynischer Weise recht endgültig die Verwandtschaft kündigt. Als besorgter Fan fragt man sich allerdings in diesem Moment unweigerlich, ob die Serie, die nun auf den Showdown mit „Papa“ zusteuert, damit wohl auch ihrem baldigen Ende entgegengeht?
Fazit: Die neue Dorian Hunter – Episode zählt vielleicht nicht unbedingt zu den stärksten der Serie, bietet aber vor allem im späteren Verlauf der Geschichte durchaus einigen Hörspass.
Weitere Infos:
Gesamtspielzeit: ca. 66 Minuten
Autor:
redbeard
Weiteres:
Verlag:
Universal Music Family Entertainment/ Folgenreich
ISBN:
978-3-8291-2432-4
Gelesen:
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Artikel eingestellt:
25.05.2011